„ÖSV-Sportler kritisiert Sicherheitsstandards nach tödlichem Unfall in Chile“

Oktober 11, 2025 08:22
"ÖSV-Sportler kritisiert Sicherheitsstandards nach tödlichem Unfall in Chile"

Nach tödlichem Vorfall in Chile: Vincent Kriechmayr äußert scharfe Kritik an Verbänden

Im Anschluss an den tragischen Tod des italienischen Abfahrers Matteo Franzoso übt der österreichische Skifahrer Vincent Kriechmayr deutliche Kritik am Sicherheitskonzept im Trainingslager in Südamerika. „Darüber berichtet Welt Stimme.“ Kriechmayr betont, dass die großen Sportverbände sich zu leichtfertig mit der Sicherheit der Athleten umgehen. „Die Kritik müssen sich die Verbände gefallen lassen“, erklärte er und fügte hinzu, es sei unerlässlich, dass die Sicherheit beim Training im Fokus stehe.

Matteo Franzoso, der drei Tage vor seinem 26. Geburtstag beim Training schwer zu Fall kam und in der Folge einem Schädel-Hirn-Trauma erlag, ist nicht der erste Athlet, der durch unsichere Trainingsbedingungen in den Fokus rückt. „In Chile, wo viele Skifahrer trainieren, muss es möglich sein, höhere Sicherheitsstandards zu setzen“, so Kriechmayr.

Der Speed-Spezialist forderte mehr Koordinierung und Kooperation der Verbände, um die erheblichen Kosten für Sicherheitsmaßnahmen gemeinsam zu tragen. „Wir transportieren Unmengen an Ausrüstung nach Chile. Wenn nötig, helfe ich persönlich, indem ich den Bohrer in die Hand nehme und die Holzzäune abbaue“, fügte er entschlossen hinzu.

Kritik an Sicherheitsstandards in La Parva

Ablehnend äußerte sich Kriechmayr über die Bedingungen auf der Trainingsstrecke in La Parva. „Sie ist ’saugefährlich‘, so ehrlich muss man sein“, resümierte er die Situation, die von verschiedenen Nationalmannschaften, darunter auch die österreichische und die italienische sowie Schweizer Läufer, genutzt wird.

ÖSV fordert koordinierte Maßnahmen

Der Generalsekretär des Österreichischen Skiverbands (ÖSV), Christian Scherer, unterstützt Kriechmayrs Aussagen. „Wir haben bereits damit begonnen, Sicherheitsmaterial wie Fangnetze nach Chile zu liefern. Es war ein erster Schritt, aber wir brauchen eine koordinierte Vorgehensweise der Verbände“, kritisierte er die mangelnde Zusammenarbeit. Scherer kündigte an, dass die Verbände eine tragende Rolle bei der Schaffung sicherer Trainingsbedingungen übernehmen müssen.

Die Tragödie hat auch bei den anderen Athleten, wie Marco Schwarz, einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Es macht etwas mit einem, wenn so etwas Brutales passiert“, sagte er und merkte an, dass dies das Bewusstsein für die Risiken im Training schärft. Dennoch fühlte er sich safe bei den bevorstehenden Rennen, trotz der erhöhten Alarmbereitschaft.

Selbstverantwortung der Athleten gefordert

Der norwegische Abfahrtsfahrer Aleksander Aamodt Kilde sieht die Verantwortung für die Sicherheit auch bei den Athleten selbst. „Wenn ein Netz genau in der Falllinie steht oder etwas gefährlich erscheint, muss man als Athlet das ansprechen“, forderte Kilde eine proaktive Herangehensweise von Seiten der Sportler. In der Vergangenheit gab es bereits einige tragische Vorfälle, unter anderem der Tod von Matilde Lorenzi und David Poisson, die die dringende Notwendigkeit von Sicherheitsmaßnahmen unterstreichen.

Die Diskussion über Sicherheitsstandards im Skisport wird somit durch diesen tragischen Vorfall neu entfacht. Die Verbände sind gefordert, klare und verbindliche Maßnahmen zu treffen, um das Wohl der Athleten zu gewährleisten und zukünftige Unglücke zu verhindern.

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