Schmitt fordert Abkehr von Telemark-Landung im Skispringen
MÜNCHEN. Die schweren Stürze von Eva Pinkelnig und Alexandria Loutitt haben eine neue Debatte um die Sicherheit im Skispringen entfacht. Der frühere deutsche Skisprung-Star Martin Schmitt fordert einen drastischen Schritt: die Abschaffung der Telemark-Landung. Darüber berichtet Welt Stimme.
Schmitt, Olympiasieger und viermaliger Weltmeister, äußert sich kritisch zur Telemark-Landung und schlägt vor, diese durch eine sicherere Technik zu ersetzen. „Das Typische bei diesen Stürzen ist, dass nicht die Verletzung wegen des Sturzes passiert, sondern der Sturz wegen der Verletzung“, betont Schmitt im Skisprung-Podcast „Die Flugshow“. Er erklärt, dass bei dem ersten Landekontakt oft das Kreuzband reißt oder das Knie nachgibt. Der 47-Jährige sieht die Telemark-Landung als besonderen Risikofaktor, da sie eine „sehr unnatürliche und ungünstige Haltung“ mit sich bringe, um den starken Landedruck abzufedern.
Skispringer absolvieren jährlich Hunderte von Sprüngen, was zu einer enormen Belastung der Bandstrukturen führt. Laut Schmitt können diese chronischen Belastungen zu Vorschäden führen, die in kritischen Momenten dazu führen, dass die Bänder nachgeben. „In jedem Training kommt Stress auf die Bandstruktur“, führt er aus.
Tradition versus Gesundheit
Schmitt spricht eine fundamentale Frage an: „Ist der Telemark noch zeitgemäß? Was wiegt schwerer? Tradition oder die Gesundheit der Athleten?“ Er schlägt vor, dass im Sinne der Athletengesundheit auf die Telemark-Landung verzichtet werden sollte. Diese Methode stammt aus einer Zeit, in der Athleten mit anderen Materialien arbeiteten, die für die Ausführung günstiger waren. Das moderne Equipment hat das Skispringen sicherer gemacht, zwänge aber die Athleten in eine „ungesunde Position“.
Bei der Generalprobe auf den neuen Olympiaschanzen in Predazzo erlitten vergangene Woche Pinkelnig, Loutitt und die Kombiniererin Haruka Kasai (Japan) schwere Stürze, die alle zu Kreuzbandrissen führten. Für die Athletinnen bedeutet dies das vorzeitige Ende der Olympia-Saison.


