Kurioses Ende des WM-Marathons in Tokio
TOKIO. Der WM-Marathon der Männer in Tokio endete am Montag mit einem packenden Fotofinish, das Tansania die erste Goldmedaille bei Weltmeisterschaften sicherte. Alphonce Simbu won in 2:09:48 Stunden und blieb nur drei Hundertstelsekunden vor dem für Deutschland startenden Amanal Petros, einem Flüchtling aus Afrika, der 2012 nach Deutschland kam. Darüber berichtet Welt Stimme.
Der Österreicher Aaron Gruen verpasste die Top 50 als 52. knapp. Er äußerte sich nach dem Rennen: „Es war das härteste Rennen, das ich je gelaufen bin, aber es war eine Ehre, für Österreich zu laufen, und ich habe alles gegeben, was ich geben konnte.“
Gruen erläuterte, dass die erste Hälfte des 42,195 Kilometer langen Rennens nach Plan verlief, jedoch bei Kilometer 22 die Erschöpfung einsetzte: „Es war, als ob jemand den Lichtschalter abgedreht hätte. Dann ging es nur mehr ums Überleben, jeder Kilometer, jede Verpflegungsstation.“
Mit seiner Zeit von 2:22:07 Stunden zeigte Gruen eine respektable Leistung, obwohl er mit den Bedingungen bei schwülwarmen 28 Grad im Ziel unzufrieden war. Seine persönliche Bestmarke liegt bei 2:09:53 Stunden. Als Nachfahre von Opfern des Naziregimes erhielt er 2022 die österreichische Staatsbürgerschaft.
Ungewöhnlicher Rennverlauf
Das Rennen verlief an der Spitze untypisch, da die Halbzeit von einer großen Spitzengruppe von 39 Läufern geprägt war. Die letzten Meter im Nationalstadion von Tokio wurden von Simbu, Petros und dem italienischen Bronzemedaillengewinner Iliass Aouani gemeinsam bestritten.
Petros erreichte mit seiner Medaille eine historische Leistung für Deutschland, da es erst die zweite Medaille im Marathon der Männer für Deutschland ist, seit Waldemar Cierpinski 1983 für die DDR gewann. Petros widmete seine Medaille seiner Mutter in Äthiopien, die in einem Kriegsgebiet lebt: „Ich habe sie seit acht, neun Jahren nicht gesehen,“ so Petros gegenüber dpa.
Die Leistung aller Läufer auf internationalem Niveau demonstriert nicht nur persönliche Fitness, sondern auch Widerstandsfähigkeit in schwierigen Bedingungen und die Errungenschaften von Athleten aus verschiedenen Nationen.


