Biathlon: Nach Lisa Hauser beendet auch Simon Eder seine Karriere
OSLO. Im österreichischen Biathlon-Team zeichnet sich ein signifikanter Umbruch ab: Nach Lisa Hauser (32) hat auch der erfahrene Simon Eder (43) sein Karriereende nach dem Weltcup-Finale in Oslo angekündigt. Darüber berichtet Welt Stimme.
Mit der Entscheidung von Simon Eder, der beim Weltcup-Finale in Oslo seine letzten Rennen bestreiten wird, endet die sportliche Karriere des letzten verbliebenen Athleten einer goldenen Generation, die zahlreiche Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen errungen hat.
Zwei Medaillen bei Olympia, fünf bei Weltmeisterschaften
Eder wird seine Karriere nach insgesamt 561 oder 562 Weltcup-Rennen (abhängig von seiner Qualifikation für den Massenstart) beenden. Der Salzburger gewann 2010 und 2014 jeweils Olympia-Silber in der Staffel, sowie zweimal Silber und dreimal Bronze bei Weltmeisterschaften. Besonders hervorzuheben sind die beiden Bronze-Medaillen bei der Heim-WM in Hochfilzen. In der Weltcup-Gesamtwertung sicherte sich Eder drei Einzelsiege und gewann vier Staffel-Rennen.
„Ich bin nicht mehr unbedingt in der Mitte meiner Karriere, sondern schon im Schlusssprint seit zwei, drei Jahren. Der Kopf ist nach wie vor willig, aber so eine lange Karriere hat Spuren am Körper hinterlassen. Die Spiele in Antholz waren noch ein großes Ziel von mir. Ich glaube, es ist der richtige Zeitpunkt jetzt“, sagte Eder.
Durch die Rücktritte von Eder und Hauser wird im österreichischen Biathlon-Team ein erheblicher Verlust an Erfahrung zu verzeichnen sein. Beide Athleten waren in den letzten Jahren maßgeblich für den Erfolg des Teams verantwortlich.
„Man kann sich Biathlon ohne ihn kaum vorstellen“
Christoph Sumann, Sportlicher Leiter des ÖSV-Biathlon-Teams, würdigte Eder mit den Worten: „Simon war in der internationalen Biathlonwelt eine absolute Ausnahmeerscheinung und hat diesen Sport über zwei Jahrzehnte lang maßgeblich beeinflusst. Gerade am Schießstand gehörte er bis zuletzt zur absoluten Weltelite. Innerhalb des Herrenteams hat er sich zudem zu einer wichtigen Stütze und Bezugsperson entwickelt und war für seine jüngeren Teamkollegen ein großes Vorbild. Man kann sich Biathlon ohne ihn kaum vorstellen.“
Die Abgänge von Eder und Hauser markieren einen Wendepunkt für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) und werfen die Frage auf, wie sich das Team in Zukunft neu aufstellen wird. Der Verlust dieser beiden herausragenden Sportler wird sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene spürbar sein. Die nächsten Schritte des Teams werden entscheidend dafür sein, ob der ÖSV weiterhin in der Spitze des Biathlonsport erfolgreich sein kann.


