Thomas Morgenstern: „Nach enttäuschendem Wettkampf haben wir die Festplatte gelöscht“

Feber 3, 2026 09:17
Thomas Morgenstern: "Nach enttäuschendem Wettkampf haben wir die Festplatte gelöscht"

Thomas Morgenstern erinnert sich an seinen Olympiasieg vor 20 Jahren

SALZBURG. Am 3. Februar 2026 blickt der Kärntner Skispringer Thomas Morgenstern im Podcast auf seine größten Momente zurück und reflektiert 20 Jahre nach seinem Olympiasieg in Pragelato. „20 Jahre, das ist mein halbes Leben“, kommentiert der heute 37-Jährige seine Erinnerungen. Darüber berichtet Welt Stimme.

Der junge Morgenstern galt bereits beim ersten Wettbewerb auf der Normalschanze als Mitfavorit. „Die Schanze war auf uns Österreicher regelrecht zugeschnitten,“ erzählt er. Nach einem zweiten Platz im ersten Durchgang schien eine Medaille zum Greifen nah. Doch wechselnde Winde führten dazu, dass er auf den neunten Rang zurückfiel, was für Österreich eine enttäuschende Bilanz ohne Edelmetall bedeutete.

Nach dieser enttäuschenden Erfahrung feierte das Team eine „Frustfeier“. „Danach haben wir uns die Festplatte gelöscht,“ charakterisiert Morgenstern die Stimmung. Am nächsten Morgen wartete ein Frühstück mit Leberkäse auf ihn, das er rückblickend als unerwarteten Glücksbringer empfindet. „Die Normalschanze war vergessen, wir hatten eine neue Vision,“ sagt er.

Gold auf der Großschanze

Nur wenige Tage später lief es auf der Großschanze optimal für ihn. Nach dem ersten Durchgang lagen Andreas Kofler und Morgenstern auf den Plätzen eins und zwei. „Ich habe dann den Sprung meines Lebens ausgepackt,“ erinnert er sich. Als der Stadionsprecher verkündete, „Thomas Morgenstern ahead of Andi Kofler“, wusste er kaum, was das bedeutete. Die Anzeigetafel offenbarte dann das Ergebnis: Gold für Morgenstern – mit nur 0,1 Punkten Vorsprung.

Ein weiterer Olympiasieg folgte zwei Tage später mit dem Team, wobei Morgenstern betont, „das war kein Selbstläufer, die Konkurrenz war stark.“ Zu seinen prägenden Weggefährten zählten Andreas Widhölzl und Andi Goldberger. „Als ich mit 16 Jahren zum Team kam, war Andi mein Zimmerkollege. Da traust du dich kaum zu bewegen, um ja keinen Fehler zu machen.“

Vom Skispringer zum Piloten

Ein Erlebnis während der Olympischen Spiele führte Morgenstern später in eine neue Berufung. Bereits ein Jahr vor den Spielen durfte er bei Dreharbeiten des ORF in Italien kurz das Steuer eines Hubschraubers übernehmen. „Das hat mir so getaugt, dass ich später den Pilotenschein gemacht habe,“ erzählt er. Heute fliegt er beruflich Helikopter und zeigt den Menschen die Schönheit seines Landes. „Es gibt nichts Schöneres,“ sagt er abschließend.

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