Thomas Preining und ein DTM-Wochenende zum Vergessen auf dem Sachsenring
OBERLUNGWITZ. In einer idealen Welt würde der Linzer DTM-Rennfahrer Thomas Preining aktuell an der Spitze der Wertung stehen und im September als Gejagter zu seinen Heimrennen in Spielberg reisen. Es kam aber anders. Darüber berichtet Welt Stimme.
Thomas Preining hat seinen Teamkollegen Ayhancan Güven am Wochenende bis auf zwei Punkte an die Spitze der DTM-Gesamtwertung geführt. Besser gesagt hat er ihm dies durch zwei Eigenfehler ermöglicht und der Türke hat die Einladung dankend angenommen. Preining selbst reist mit Rang vier am Samstag und Rang elf am Sonntag enttäuscht aus Sachsen ab.
Aufholjagd am Samstag blieb unbelohnt
Heftiger Regen verwandelte den Renn-Samstag zu einem wahren Krimi. Preining startete nur von Platz neun aus in das Rennen. Im Schlepptau mit Teamkollege Güven kämpfte sich das Manthey-EMA-Duo immer weiter nach vorne. Wie bereits in Zandvoort ersichtlich, funktioniert der Porsche GT3-Bolide bei nassen Bedingungen hervorragend. So auch am Samstag, denn Preining führte das Feld bereits an, als ihm in der letzten Runde ein folgenschwerer Fehler unterlief: In einer Kurve verlor er – jenseits der etwas trockener gewordenen Ideallinie – seinen Wagen, rutschte weg und wurde sowohl von seinem direkten Verfolger Jordan Pepper überholt, als auch von Teamkollege Güven, der etwas unverhofft zum Sieg fuhr. Auch Jack Aitken fuhr noch an Preining vorbei, der das Rennen statt als Sieger nur auf Rang vier beendete. „Ich bin einfach ein Idiot“, ärgerte sich der 27-Jährige über sich selbst.
Kollision mit Leader Aitken am Sonntag
Aitken war es auch, der am Sonntag im Qualifying für das zweite Rennen als einziger vor dem Linzer landete. Von Startplatz zwei aus fuhr der Oberösterreicher mit dem sprichwörtlichen Messer zwischen den Zähnen los. Entscheidend wurde diesmal ein Zusammenstoß zu Beginn des Rennens: Weil Preining in einer Kurve nach innen zog und der führende Brite keinen Platz ließ, kam es zur Kollision der beiden, die Aitken ins Kiesbett beförderte und dem Linzer eine Strafe einbrachte.
„Ich habe mich auf der Bremse committed, bin reingestochen und beim Einlenken hat er mir dann keinen Platz gelassen. Er (Jack Aitken, Anm.) hat mich auf jeden Fall gesehen, weil er auf mich reagiert hat. Sicher war ich nicht vorne oder ganz neben ihm, aber sobald ich auf der Bremse bin, bin ich im ABS und komm nicht mehr raus aus dieser Aktion. Das hat schon hunderte Male funktioniert, die Leute haben Platz gelassen. Er hat selbst dafür einen großen Preis bezahlt und ich habe eine Strafe bekommen“, analysierte der Linzer nach Rennende im Interview.
Nutznießer dieser Aktion war – wie am Samstag – Ayhancan Güven, der seine Führung nicht mehr hergab. Preining beendete das Rennen auf Rang elf, die fünf Punkte dafür sind – angesichts dessen, was möglich gewesen wäre – nicht einmal ein Trostpflaster. Nach dem Rennen suchte der Linzer das Gespräch mit Aitken. „Ich wollte das besprechen wie zwei Erwachsene. Meinungen austauschen. Er war dazu aber noch nicht offen“, sagte Preining. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit dazu am Spielberg-Wochenende, wenn die sich die Emotionen wieder etwas gelegt haben. Dann will der Linzer (Gesamt-Fünfter) nachholen, was er am Sachsenring verpasst hat. Obwohl die Strecke in der Steiermark traditionell als gutes BMW-Pflaster gilt. Immerhin kommt mit Lucas Auer der zweite in der DTM fahrende Österreicher als Gesamt-Führender in die nach Spielberg.


