UEFA-Vizepräsidentin: Erfolg des Boykotts gegen FIFA-Investorenpläne

August 29, 2026 16:53
UEFA-Vizepräsidentin: Erfolg des Boykotts gegen FIFA-Investorenpläne

UEFA-Vizepräsidentin: Boykottdrohung war ein Erfolg

MONACO. Der angedrohte Boykott der UEFA bei Fußball-Weltmeisterschaften als Reaktion auf Investorenpläne der FIFA wird von Vizepräsidentin Laura McAllister als Erfolg gewertet. „Wir haben die Schlacht gewonnen und das sei wichtig gewesen, weil einige europäische Teams demnächst an der U20-WM der Frauen teilnehmen werden“, sagte die 61-jährige Waliserin in einem Interview mit Sky News. „Der Boykott hat bis hierhin funktioniert“, erklärte McAllister. Darüber berichtet Welt Stimme.

Der Hintergrund des Boykotts ist die Ankündigung, private Investoren in die Vergabe von WM-Veranstaltungen einzubinden. Nach dem Bekanntwerden dieser inzwischen zurückgenommenen Pläne hatten die 55 Mitgliedsverbände der UEFA mit einem Boykott aller Wettbewerbe des Weltverbands FIFA gedroht. Diese Pläne beinhalteten den Verkauf von rund 20 Prozent der Anteile an dem neu geplanten Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE), dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt wurde. Die FFE sollte die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben, einschließlich der Männer- und Frauen-WM sowie der Club-WM, bündeln.

Auf ihrem jüngsten Treffen am Rande der Champions-League-Auslosung in Monaco hätten die europäischen Verbände „Einigkeit und Widerstandsfähigkeit gezeigt“ für einen Wandel. „Wir haben den Boykott zurückgezogen, weil alle Bedingungen rund um den Rückzug der FFE-Initiative garantiert worden sind und es die Zusicherung gab, dass es nicht wieder aufgegriffen wird, in welcher Form auch immer“, meinte McAllister.

Kampf soll weitergehen

Die Investorenpläne des umstrittenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino seien jedoch nur die Spitze des Eisbergs von Problemen im Fußball-Weltverband, so McAllister. Sie verwies auf die WM 2022 in Katar mit den damit verbundenen Menschenrechtsproblemen sowie auf den besonderen Einfluss von Infantino im „Fall Balogun“ bei der jüngsten WM in den USA, Kanada und Mexiko. In diesem Zusammenhang betonte sie, dass UEFA gemeinsam mit wichtigen Interessengruppen wie Fans, Spielern, Clubs und Nationalverbänden weiterhin für Veränderungen in der Führung des Weltfußballs kämpfen werde. „Wir sind vereint im Wunsch nach einem Führungswandel auf FIFA-Ebene, der nicht nur den FIFA-Präsidenten ersetzt, sondern die gesamte Führungskultur im Weltfußball verbessert“, erklärte McAllister.

Richtiger Zeitpunkt, den Hebel anzusetzen

McAllister sieht die momentane Situation als günstigen Zeitpunkt für Reformen: „Das ist die Möglichkeit, die wir haben, um den Hebel für Veränderungen anzusetzen, die nicht nur Europa, sondern den gesamten weltweiten Fußball und insbesondere die Interessen der Fans und der Öffentlichkeit betreffen.“ In diesem Kontext forderte sie auch eine gerechte Verteilung der Finanzmittel, die FIFA für die Fußballentwicklung zur Verfügung hat.

Kritischer November

Währenddessen betreibt Infantino Werbung für seine Wiederwahl als FIFA-Präsident im März 2027, während er gleichzeitig in die Kritik gerät. „Es ist natürlich keine Überraschung, dass der FIFA-Präsident nicht zurückgetreten ist. Ich denke auch nicht, dass das jemand erwartet hat“, sagte McAllister. Allerdings blickt sie besorgt auf die bevorstehende Nominierung im November, da bisher kein Gegenkandidat für den Schweizer gefunden wurde. „Die Nominierung im November ist vermutlich das erste kritische Datum“, bemerkte die Universitätsprofessorin.

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