Eine Drohne der US-Marine hat bei einer Demonstration ohne GPS und ohne unmittelbare Pilotensteuerung selbstständig auf einem bewegten Schiff gelandet.
Die Landung erfolgte bei einem Versuch des Naval Air Warfare Center Aircraft Division (NAWCAD) in Patuxent River im US-Bundesstaat Maryland. Nach Angaben aus dem Bericht kam das Fluggerät ohne Satellitennavigation und ohne direkte Steuerung durch einen Piloten aus.
Für die Demonstration nutzte die Drohne eigene Kameras, Bewegungssensoren, kommerziell verfügbare Elektronik und eigens entwickelte Software für Navigation und Flugsteuerung. Nach Angaben des NAWCAD sollen die Algorithmen die Bewegung des Decks in Echtzeit berücksichtigen, damit der Anflug auf das Schiff abgestimmt werden kann.
Die Bildverarbeitung soll außerdem die Form des Schiffes und sichtbare Merkmale erkennen, um die Landung auszurichten. Die Technik soll unbemannte Fluggeräte auf See unabhängiger von GPS, zusätzlichen Schiffssystemen und spezieller Bordausstattung machen.
NAWCAD verweist darauf, dass herkömmliche Verfahren für unbemannte Schiffslandungen unter anderem von Radarsystemen im Wert von mehreren Millionen US-Dollar, besonderer Bergeausrüstung auf dem Flugdeck und monatelangen Umbauten abhängen können. Die neue Methode soll diesen Aufwand verringern.
Erprobt wird das System auch in Lakehurst, wo eine Ship Motion Platform Schiffsbewegungen wie Stampfen, Rollen sowie Heben und Senken nachbilden kann. Dort testet die Forschungseinrichtung Drohnen unter Bedingungen, die die Bewegung eines Schiffes auf See simulieren.
NAWCAD plant nach eigenen Angaben, die Technik auf größere unbemannte Systeme auszudehnen, ausdrücklich auch auf taktische Versorgungsdrohnen. Wie weit diese Entwicklung bereits über die Demonstration hinausgeht, geht aus dem Bericht nicht hervor.
„Eine Drohne hat bei einem Versuch der US-Marine ohne GPS und ohne unmittelbare Pilotensteuerung auf einem bewegten Schiff aufgesetzt.“
„Die autonome Landung verlangt mehr als das Ansteuern eines festen Punktes.“
GPS liefert Positionsdaten über Signale aus dem All, kann aber gestört werden. Selbst ohne GPS wäre grundsätzlich noch eine Steuerung vom Schiff aus möglich, sofern die Verbindung funktioniert; die Demonstration zeigt jedoch einen weiteren Schritt hin zu autonomeren Landeverfahren auf See.


