Berlin, 4. Oktober 2025 – Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) erreicht laut dem aktuellen INSA-Sonntagstrend für die Bild-Zeitung 26 % Zustimmung und bleibt damit die führende politische Kraft in Deutschland, während die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD auf 24 % beziehungsweise 14 % fallen – gemeinsam lediglich 38 %, ein historisch niedriger Wert. Bild meldet das Umfrage-Desaster für Schwarz-Rot.
Höchste Verluste bei Regierungsparteien
Gegenüber dem Wahlergebnis vom 23. Februar 2025 haben CDU/CSU und SPD zusammen sieben Prozentpunkteverloren – das entspricht etwa jedem sechsten Wähler, der von Schwarz-Rot zur AfD gewechselt ist. Beide Parteien sanken um jeweils einen Prozentpunkt; die Partei der Linken konnte in der Umfrage um ein Prozent zulegen und liegt jetzt bei etwa 12 %.
Alarmstimmung in der AfD und strategische Risiken
Die gestiegene Zustimmung verschafft der AfD nicht nur in Umfragen eine dominierende Position, sondern eröffnet ihr auch realistische Chancen auf absolute Mehrheiten in Landtagen wie Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bei den kommenden Wahlen 2026. Gleichzeitig warnen Parteimitglieder vor Überforderung – eine exekutive Verantwortung in nur einer Landesregierung könnte die Partei überfordern und ihr bundesweites Image gefährden.
Ursachen für die Entwicklung und politische Reaktionen
Die ansteigende Unterstützung der AfD korrespondiert mit wachsendem Unmut über die Migrations- und Wirtschaftspolitik der Regierung unter Friedrich Merz. CDU/CSU und SPD stehen unter zunehmendem Druck, ihre Differenzen zur AfD deutlicher herauszuarbeiten und verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Eine Strategie, die auch auf die Wiederherstellung der Fähigkeiten der Koalition abzielt, im Gegensatz zu den populistischen Versprechen der AfD.
Implikationen für die deutsche Demokratie und europäische Politik
Diese Verschiebung im politischen Spektrum markiert nicht nur eine innenpolitische Herausforderung für Deutschland. Sie trägt auch Risiken für die Stabilität demokratischer Institutionen: Wenn traditionell moderate Kräfte an Einfluss verlieren, können politische Extreme gewinnen – mit potenziellen Folgen für Migration, Außenpolitik und den Umgang mit Russland. Für die EU und NATO bedeutet das, dass Deutschland möglicherweise weniger berechenbar und kompromissbereit wird, insbesondere in Fragen von Sanktionen und transatlantischem Konsens.
Hintergrund und Kontext
Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 erreichten CDU/CSU 28,6 % der Stimmen, die SPD deutlich weniger, und die AfD kam auf 20,8 % – sie landete damit auf Platz zwei. In den neuesten Umfragen aber dominieren die Populisten erstmals direkt, während die Koalition aus CDU/CSU und SPD immer weiter fällt.
AfD’s Spitzenposition in den Umfragen könnte wegweisend sein für die Landtagswahlen 2026 und schon jetzt wirkt sie wie eine Destabilisierungsprobe für das politische System – nicht durch Gewalt, sondern durch Vertrauensverlust, Polarisierung und die Erosion politischer Mitte.


