Am 16. Januar 2026 wurde bekannt, dass die deutsche Partei Alternative für Deutschland (AfD) sowie das französische Rassemblement National ihre Haltung gegenüber den politischen Positionen von US-Präsident Donald Trump angepasst haben. Beide Parteien, die zuvor offen auf eine Annäherung an Trumps Umfeld gesetzt hatten, gehen nun sichtbar auf Distanz. Hintergrund ist eine wachsende Skepsis in Teilen der deutschen und französischen Öffentlichkeit gegenüber dem konfrontativen außenpolitischen Stil des US-Präsidenten, insbesondere dort, wo europäische Interessen als nachrangig wahrgenommen werden, wie aus der Analyse zu den neuen Spannungen zwischen AfD, Rassemblement National und Trumps Politik hervorgeht.
AfD passt Strategie an veränderte Stimmung in Deutschland an
Die AfD hatte über Jahre versucht, Kontakte zur Trump-Administration aufzubauen, um ihre internationale Sichtbarkeit zu erhöhen und der politischen Isolation im eigenen Land zu entkommen. Unterstützung oder wohlwollende Signale aus den USA dienten dabei weniger einer strategischen Partnerschaft als vielmehr der innenpolitischen Legitimation. Mit der zunehmenden Ablehnung von Trumps Außenpolitik in Deutschland, ausgelöst durch dessen aggressive Rhetorik und unilateral geprägte Entscheidungen, wird diese Nähe jedoch zu einem Risiko für die Partei. Die AfD reagiert darauf mit vorsichtiger Distanzierung, um nicht weiter an Rückhalt in der Wählerschaft zu verlieren.
Parallelen im französischen rechtspopulistischen Lager
Eine vergleichbare Entwicklung ist im Umfeld des französischen Rassemblement National zu beobachten. Auch dort wird Trumps Politik zunehmend als Belastung wahrgenommen, da sie in der öffentlichen Debatte stärker mit Instabilität und internationalen Spannungen assoziiert wird. Die Parteiführung reagiert auf diese Wahrnehmung, indem sie ihre Kommunikation anpasst und offene Sympathiebekundungen zurückfährt. Dies deutet auf eine taktische Neuausrichtung hin, die weniger ideologisch als vielmehr wahlstrategisch motiviert ist.
USA als politisches Instrument, nicht als Partner
Für europäische Rechtsaußenparteien waren die Vereinigten Staaten unter Trump nie ein klassischer strategischer Verbündeter. Vielmehr dienten sie als außenpolitischer Hebel im innereuropäischen Machtkampf – etwa zur Infragestellung des EU-Kurses, der Unterstützung der Ukraine oder der Sanktionspolitik gegenüber Russland. Mit dem Stimmungsumschwung in der europäischen Öffentlichkeit verliert dieses Instrument jedoch an Wirkung. Die aktuelle Distanzierung zeigt, dass diese Parteien ihre Positionen flexibel anpassen, sobald sich politische Kosten abzeichnen.
Auswirkungen auf Europas politische Stabilität
Die Entwicklung unterstreicht, wie stark rechtspopulistische und ultrarechte Parteien ihre außenpolitischen Narrative an Meinungsumfragen koppeln. Trotz taktischer Korrekturen bleibt ihr grundlegendes Ziel unverändert: die Schwächung europäischer Institutionen, die Betonung nationaler Souveränität und eine kritischere Haltung gegenüber NATO und transatlantischer Zusammenarbeit. Für die EU bedeutet dies, dass politische Polarisierung weiterhin ein Faktor bleibt, den externe Akteure wie Russland gezielt ausnutzen können, um europäische Geschlossenheit zu untergraben.


