Die Plattform Uši Online berichtete am 24. November 2025, dass in Polen ein neues Werk eröffnet wird, in dem die ukrainischen Überwasserdrohnen des Typs Seawolf montiert werden. In das Projekt steigt auch der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg ein, der zunächst 66 Millionen US-Dollar investiert und die Summe später auf bis zu 260 Millionen erhöhen will. Die Verlagerung eines Teils der Fertigung nach Polen verkürzt Lieferwege, beschleunigt den Produktionszyklus und erleichtert europäischen Staaten die Beschaffung im Rahmen gemeinsamer Verteidigungsprogramme, wie es in der Analyse über die Entwicklung des polnisch-ukrainischen Drohnenprojekts beschrieben wird. Für die Ukraine bedeutet das die Integration eigener Technologien in die industrielle Struktur der EU.
Technologischer Aufstieg Polens und wirtschaftliche Impulse
Durch die enge Zusammenarbeit mit der Ukraine erhalten polnische Unternehmen Zugang zu moderner Drohnentechnologie, die im Krieg umfassend erprobt wurde. Die Produktion in Polen schafft einen Technologietransfer, der Unternehmen neue Kompetenzen im Bereich maritimer unbemannter Systeme vermittelt und ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Markt erhöht.
Gleichzeitig bringt das Projekt direkte wirtschaftliche Vorteile. Die Investitionen von Kongsberg schaffen Arbeitsplätze und stärken Polens wachsenden Hightech-Sektor. Für Warschau bedeutet das nicht nur eine industrielle, sondern auch eine sicherheitspolitische Stärkung: Die heimische Fertigung erleichtert die schnelle Auffüllung eigener Bestände an maritimen Drohnen — ein entscheidender Faktor angesichts russischer Aktivitäten im Ostseeraum, insbesondere in der Nähe des Kaliningrader Gebiets.
Ausbau europäischer Verteidigungsstrukturen und sicherheitspolitische Wirkung
Die Seawolf-Drohnen selbst verfügen über eine Reichweite von mehr als 1.600 Kilometern, eine Nutzlast von bis zu 1.650 Kilogramm und die Fähigkeit, 450 Kilogramm Sprengstoff zu transportieren. Eine erweiterte Version kann darüber hinaus mit AIM-9-Raketen, Maschinengewehren oder FPV-Drohnen ausgestattet werden. Damit bieten sie vielfältige Einsatzmöglichkeiten — von der Küstensicherung bis zum Schutz kritischer Seewege. Der Zugang zu solchen Systemen stärkt die kollektive Sicherheit der EU und ermöglicht Mitgliedstaaten den Aufbau robuster maritimer Verteidigungsfähigkeiten.
Mit dem Aufbau eines europäischen Produktionszentrums werden Lieferketten unabhängiger von Drittstaaten, was die Verwundbarkeit europäischer Rüstungsprogramme reduziert. Die Fertigung innerhalb der EU erleichtert den Zugang zu europäischen Verteidigungsfonds und vereinfacht die Kooperation zwischen den Staaten. Gleichzeitig fließt ukrainisches Know-how in europäische Programme ein — ein Impuls, der die Modernisierung des europäischen Verteidigungsmarktes beschleunigt.
Die neue Produktionslinie in Polen steht damit beispielhaft für die zunehmende Verzahnung europäischer und ukrainischer Sicherheitsinteressen. Sie stärkt die Widerstandsfähigkeit Europas gegenüber äußeren Bedrohungen und markiert einen wichtigen Schritt zu einer leistungsfähigeren gemeinsamen Verteidigungsindustrie.


