Schwedens Verteidigungsminister fordert Europa zu „Kriegsmodus“ auf

Oktober 20, 2025 13:30
Schwedens Verteidigungsminister fordert Europa zu „Kriegsmodus“ auf
Schwedens Verteidigungsminister fordert Europa zu „Kriegsmodus“ auf

Schwedens Verteidigungsminister Pål Jonson hat in einem Interview mit RND erklärt, dass die verstärkten hybriden Operationen Russlands eine entschlossene Reaktion Europas erfordern. „Wir müssen uns mental und militärisch auf die Möglichkeit eines Krieges vorbereiten“, betonte Jonson und forderte eine grundlegende Veränderung des Sicherheitsdenkens.

Hybride Bedrohungen und europäische Verteidigungsbereitschaft

Jonson wies auf die jüngsten Vorfälle mit Drohnen und Flugzeugen im NATO-Luftraum hin, die zeigten, dass Russland bereit ist, politische und militärische Risiken einzugehen und hybride Operationen zu verstärken. „Wir müssen diesen Provokationen begegnen und geeignete militärische Schritte unternehmen, um die russische Eskalation zu stoppen“, so Jonson. Dazu gehöre auch, deutlich zu machen, dass jede Provokation beantwortet werde.

Öffentliche Unterstützung und militärische Modernisierung

Nach Angaben Jonsons befürworten 90 Prozent der schwedischen Bevölkerung höhere Verteidigungsausgaben sowie die Fortsetzung oder Ausweitung der Unterstützung für die Ukraine. „Die Nähe zu Russland hat uns gelehrt, dass Frieden nicht selbstverständlich ist, sondern täglich verteidigt werden muss“, erklärte der Minister. Schwedens Schritt in den „Kriegsmodus“ sei kein Aufruf zum Angriff, sondern Ausdruck eines aktiven Verteidigungsbewusstseins.

Unterstützung der Ukraine als Sicherheitsstrategie

Jonson forderte die europäischen Partner auf, militärische Lieferungen an die Ukraine zu verstärken und Sanktionen gegen Russland zu verschärfen, insbesondere im Energiesektor und gegen die „Schattenflotte“. Zudem solle man eingefrorene russische Vermögenswerte für Investitionen in die Verteidigung der Ukraine nutzen. Dies signalisiere klar, dass Putins Krieg nicht siegreich sein könne und seine Macht gefährde.

Neue Sicherheitsrealitäten in Nordeuropa

Die Aussagen Jonsons spiegeln ein europäisches Bewusstsein wider, dass Russland bereits einen hybriden Krieg gegen den Westen führt, von Cyberangriffen über Desinformation bis hin zu Luftraumverletzungen und Energieerpressung. Für Schweden, das kürzlich NATO-Mitglied geworden ist, bedeutet dies eine schnelle Anpassung an die neue Sicherheitsrealität. Die Notwendigkeit einer aktiven Verteidigung sei zentral, um Frieden zu sichern und Abschreckung zu gewährleisten.

Eskalationsrisiken und Sicherheitsmaßnahmen

Seit 2024 stuft Schweden Russland als größte Bedrohung in seiner neuen Sicherheitsstrategie ein. 2025 wurden über der Ostsee verstärkt GPS-Störungen festgestellt, die als Teil russischer hybrider Operationen gegen Nord- und Ostseeanrainer gewertet werden. Im September 2025 wurden über der Marinebasis Karlskrona zwei unbekannte Drohnen gesichtet, was die Investitionen Schwedens in Drohnenabwehr und die EU-Initiative „Drohnenmauer“ beschleunigt hat.

Schweden demonstriert damit eine europäische Entschlossenheit, die zeigt, dass Frieden nur durch Bereitschaft zur Verteidigung aufrechterhalten werden kann.

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