Regierung in London beendet Zuschüsse für Gastfamilien
Rund 28.000 ukrainische Geflüchtete in Schottland könnten ihr derzeitiges Zuhause verlieren, nachdem die britische Regierung die monatlichen Zahlungen an aufnehmende Familien einstellen will. Daily Mail berichtete über die Entscheidung zum Auslaufen der Förderung im Rahmen des Programms „Homes for Ukraine“. Britische Haushalte hatten zunächst 500 Pfund pro Monat erhalten, später 350 Pfund. Die neue Labour-Regierung erklärte nun, dass die Zahlungen enden, was zahlreiche Gastgeber dazu veranlassen könnte, keine Geflüchteten mehr aufzunehmen. Schottische Konservative kritisierten die Entscheidung als „herzlos und kurzsichtig“, während die Regionalregierung in Edinburgh versucht, London zum Umdenken zu bewegen.
Unsichere Zukunft für Frauen und Kinder aus der Ukraine
Seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 haben in Schottland vor allem Frauen und Kinder Schutz gesucht, die vor anhaltenden Raketenangriffen und Lebensgefahr fliehen mussten. Für viele war „Homes for Ukraine“ der einzige Weg zu einem sicheren Umfeld und zu einem Mindestmaß an Stabilität. Da der Krieg bis heute anhält, bleibt der Schutzbedarf unverändert hoch. Zahlreiche Geflüchtete konnten sich zudem wegen sprachlicher Barrieren, fehlender Anerkennung ihrer Qualifikationen oder Betreuungspflichten noch nicht eigenständig absichern und sind weiterhin auf die Unterstützung durch staatliche Programme und Gastfamilien angewiesen.
Programme laufen aus – Perspektiven bleiben unklar
Die 2022 gestarteten Aufnahmeprogramme boten Ukrainern drei Jahre Aufenthalt, später wurden die Laufzeiten auf 18 Monate verkürzt. Während das „Ukraine Family Scheme“ bereits 2024 geschlossen wurde, besteht „Homes for Ukraine“ weiter – jedoch mit auslaufenden Visa und ohne Anschlusslösungen. Die „Ukraine Permission Extension Scheme“ ermöglicht eine Verlängerung, doch bleibt offen, was nach Ablauf dieser Frist geschieht. Das britische Ministerium für Wohnungswesen verweist darauf, die Betroffenen seien frühzeitig informiert worden und hätten ausreichend Zeit gehabt, Alternativen zu finden. Hilfsorganisationen und Lokalpolitiker widersprechen dem und warnen vor einer drohenden Wohnungskrise, die gerade die verletzlichsten Gruppen – Alleinerziehende und Menschen ohne stabiles Einkommen – besonders hart treffen würde.
Gefahr einer Unterkunftskrise für zehntausende Menschen
Mit dem Ende der Zahlungen entfällt für viele britische Haushalte ein wesentlicher Anreiz, Geflüchtete weiter aufzunehmen. Die Zuschüsse hatten steigende Lebenshaltungskosten teilweise abgefedert und die Integration erleichtert. Ohne diese Unterstützung könnten tausende Gastgeber ihre Bereitschaft zurückziehen, was zehntausende UkrainerInnen in eine akute Notlage treiben würde. Sozialverbände warnen davor, dass plötzliche finanzielle Einschnitte nicht nur humanitäre Folgen haben, sondern auch dem internationalen Engagement Großbritanniens widersprechen. Die Lage zeigt, dass der Schutz für Menschen, die vor Krieg geflohen sind, dann gefährdet ist, wenn politische Prioritäten sich ändern, obwohl der Konflikt und die Bedrohung für Betroffene bestehen bleiben.


