AK Neunkirchen sichert Papierrechtlerin knapp 18.000 Euro Abfertigung zurück

September 11, 2026 09:03
AK Neunkirchen sichert Papierrechtlerin knapp 18.000 Euro Abfertigung zurück

Behaupteter Fehlbetrag nach Kündigung: AK Niederösterreich tritt für Arbeitnehmerin ein

Nach 23 Jahren in der Papierbranche wurde eine Frau aus dem Bezirk Neunkirchen im Vorjahr gekündigt. Ihre Endabrechnung überraschte sie negativ, da sie statt der erwarteten neun Monatsgehälter nach der „Abfertigung Alt“ in die „Abfertigung Neu“ eingestuft wurde, ohne jemals zugestimmt zu haben.

Die betroffene Mitarbeiterin wandte sich an die Bezirksstelle Neunkirchen der AK Niederösterreich. Dort überprüften die Rechtsexpertinnen und -experten ihre Unterlagen und entdeckten einen erheblichen Fehler, der 23 Jahre zurückreicht: Die Frau startete am 30. September 2002 in dem Unternehmen und erhielt 2003 einen unbefristeten Vertrag. Für die Abfertigung wurde sie jedoch ab dem 1. Januar 2003 fälschlicherweise im neuen System erfasst.

Auf Basis der Rechtslage forderte die AK die Nachzahlung der Abfertigung nach der „Abfertigung Alt“ in Höhe von 28.772,36 Euro. Nach internen Ermittlungen gab das Unternehmen den Fehler schließlich zu und überwies der Arbeitnehmerin die Differenz von 17.879,49 Euro. Bezirksstellenleiterin Marianne Landa betonte die Bedeutung der hartnäckigen Nachfrage: „Ohne unsere Fachprüfung wäre unser Mitglied um fast 18.000 Euro gebracht worden.“

Insgesamt kontaktierten im ersten Halbjahr 2026 rund 10.000 Menschen die AK Niederösterreich. In 3.948 Fällen benötigten die Ratsuchenden umfangreiche Beratung und Unterstützung. Die Bezirksstelle Neunkirchen sicherte in diesem Zeitraum mehr als viereinhalb Millionen Euro für Arbeitnehmer in der Region.

Die AK-Niederösterreich sicherte im ersten Halbjahr 71 Millionen Euro für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Im gleichen Zeitraum haben fast 60.000 Arbeitnehmer Probleme am Arbeitsplatz gemeldet. AK Niederösterreich-Vizepräsident Horst Pammer berichtete von 71 Millionen Euro, die für Betroffene durch Interventionen oder gerichtliche Schritte gesichert wurden. Die Nachzahlungen betrafen häufig ausstehende Löhne, nicht bezahlte Urlaubs- oder Kündigungsentschädigungen sowie Abfertigungen.

Pammer wies zudem darauf hin, dass viele Mitglieder vorab Informationen über arbeitsrechtliche Probleme im Internet suchten und dabei vermehrt Künstliche Intelligenz wie Chat GPT oder Gemini nutzen. Er warnte vor den Risiken fehlerhafter Informationen: „Im Arbeitsrecht geht es immer um den Einzelfall. Experten können die individuelle Situation besser beurteilen als KI.“

Einordnung

Der Fall verdeutlicht die Relevanz der rechtlichen Beratung durch die AK, insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die rückerstatteten Beträge unterstreichen die Bedeutung einer genauen Überprüfung von Arbeitsverhältnissen. Der Anstieg an Anfragen zeigt, dass Arbeitnehmer zunehmend auf die Expertise der AK angewiesen sind.

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