Das AMS hat heute in Lienz ein neues, hybrides Ausbildungskonzept im Bereich Buchhaltung und Personalverrechnung vorgestellt, das sowohl Spittal als auch Lienz zugutekommen soll. Darüber berichtet Welt Stimme.
In einer bundeslandübergreifenden Kooperation zur Stärkung des regionalen Fachkräftepotenzials wird dieses innovative Konzept umgesetzt, das über die klassischen Ausbildungsmethoden hinausgeht. Das Ausbildungsteam hat eine Lösung entwickelt, die den traditionellen Unterricht mit digitalen Lernmöglichkeiten kombiniert, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Teilnehmenden gerecht zu werden.
So funktioniert das Konzept
Der Unterricht im Bildungshaus in Lienz erfolgt in Präsenz, wobei der Kurs live nach Spittal übertragen wird; bei der nächsten Unterrichtseinheit wird es umgekehrt sein. An beiden Standorten stehen den Teilnehmenden moderne Schulungsräume und technisches Equipment zur Verfügung. Während Präsenztage weiterhin verpflichtend sind, besteht die Möglichkeit, einige Teile der Ausbildung digital von zu Hause aus zu absolvieren. Das Interesse an der Kooperation ist groß; ursprünglich für 12 Teilnehmende geplant, besuchen nun 17 Personen das derzeit laufende zweite Modul. Die Kosten von rund 200.000 Euro für alle drei Module trägt die AMS-Bundesgeschäftsstelle. An der Kooperation sind die AMS Kärnten und AMS Tirol beteiligt, während das Berufsförderungsinstitut (bfi) für die Umsetzung der Kurse vor Ort verantwortlich ist.
Arbeitsmarkt im Umbruch
Peter Wedenig, der Leiter des AMS Kärnten, hebt die Herausforderung hervor, Arbeitskräfte in den Bezirken zu halten: „Der Schlüssel dafür ist Qualifizierung entsprechend der Nachfrage der Wirtschaft. Mit anziehender Konjunktur wird sich der Bedarf nach Arbeits- und Fachkräften weiter erhöhen. Damit rücken solch neue Perspektiven für Fachausbildungen besonders in den Fokus.“ Sabine Platzer-Werlberger, Geschäftsführerin des AMS Tirol, betont: „Das neue Ausbildungskonzept bietet mehr Flexibilität. Wir können dadurch auch Menschen erreichen, die wir sonst schwer oder gar nicht erreichen; zum Beispiel aufgrund von Betreuungspflichten, langen Anfahrtswegen oder eingeschränkter Mobilität.“ Petra Draxl, Vorstandsmitglied des AMS Österreich, ergänzt: „Der Arbeitsmarkt ist im Umbruch: die demografische Entwicklung, die Verschiebung des Arbeitskräftepotenzials, aber auch veränderte Budgets – das alles birgt große Herausforderungen, für die wir österreichweit im AMS neue, zukunftsweisende Lösungen finden müssen. Die hybride Ausbildung für die Bezirke Lienz und Spittal stellt so eine Lösung dar.“

