Steigende Arbeitslosigkeit im Bezirk Hollabrunn
Im August 2026 verzeichnete der Bezirk Hollabrunn einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Zum Monatsende waren 1.222 Personen arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 80 Personen im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Bei den Frauen lag die Arbeitslosigkeit bei 610, was einem Anstieg von 8,7 Prozent entspricht. Bei den Männern wurden 612 Arbeitslose registriert, ein Plus von 5,3 Prozent im Vergleich zu 2025. Berücksichtigt man die Schulungsteilnehmer, belief sich die Anzahl der Personen auf Jobsuche auf 1.509, ein Anstieg um 98 im Vergleich zum August 2025.
Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Bezirk bleibt mit 20.616 weiterhin unter dem Niveau von 2025 und ist um 1,1 Prozent niedriger als im Vorjahr. Besonders betroffen von der steigenden Arbeitslosigkeit sind die Personen der Altersgruppen 50Plus und 60Plus, mit einem Anstieg von fast 15 Prozent auf 456 arbeitslose Personen. Im Gegensatz dazu gab es in der Altersgruppe bis 25 Jahre mit 145 Personen einen Rückgang um 9,4 Prozent.
Arbeitsmarkt und Lehrstellenmarkt
Das AMS Hollabrunn meldete Ende August 164 sofort verfügbare Arbeitsstellen, 49 Stellen weniger als im Vorjahr (-23%). Die Nachfrage konzentriert sich vor allem auf den Gesundheitssektor sowie die Metall- und Elektrobranche, den Bau und den Handel. Im vergangenen Monat konnten 124 Jobsuchende ihre Arbeitslosigkeit durch eine Anstellung beenden, was einen Anstieg von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Ende August waren 94 Lehrstellensuchende beim AMS registriert, was einen Anstieg um 22,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Bei lediglich 10 verfügbaren Lehrstellen ist der Unterschied zwischen Angebot und Nachfrage in der Region derzeit besonders ausgeprägt.
Peter Kirchner, Geschäftsstellenleiter des AMS, betont die Bemühungen zur Unterstützung junger Menschen bei ihrem Lehrabschluss. Bei direkter Anbahnung eines Ausbildungsplatzes wird eine Überbetriebliche Lehre in Kooperation mit dem Land NÖ und Sozialpartnern angeboten. Aktuell stehen landesweit 985 Ausbildungsplätze in überbetrieblichen Lehrwerkstätten zur Verfügung.
Einordnung
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit, insbesondere bei Frauen und älteren Arbeitnehmern, spiegelt die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt wider. Die Diskrepanz zwischen verfügbarer Stellenanzahl und den Erwerbslosen ist alarmierend und könnte die wirtschaftliche Stabilität des Bezirks beeinflussen.


