Die Arbeitslosigkeit im Burgenland erreicht im August alarmierende Höhen. Besonders betroffen sind Jugendliche ohne Lehrstelle und Personen über 50 Jahre. Des Weiteren verzeichnet das Arbeitsmarktservice (AMS) einen signifikanten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Gesundheitssektor. Darüber berichtet Welt Stimme.
BURGENLAND. Auch im August 2025 setzte sich der negative Trend am Arbeitsmarkt für Burgenland fort. Es besteht eine markante Lehrstellenlücke: Es gibt 11 Prozent mehr Lehrstellensuchende als im Vorjahr, während die verfügbaren offenen Lehrstellen um 1,3 Prozent gesenkt wurden. Ende August wurden 154 offene Lehrstellen gemeldet, während 236 junge Menschen auf der Suche nach einer Ausbildung sind.
Ein „etwas stärkerer“ Anstieg der Arbeitslosigkeit im Gesundheitssektor wird beobachtet, insbesondere bei älteren Frauen. Diese Entwicklung ist laut Helene Sengstbratl, der Chefin des AMS Burgenland, auf die Erhöhung des Pensionsalters in Österreich zurückzuführen.
AMS Burgenland: Aktuelle Zahlen im Überblick
Insgesamt sind Ende August 9.433 Personen im Burgenland arbeitslos gemeldet. Davon nehmen 1.574 Personen an Schulungen teil, was einen Anstieg von 1,5 Prozent bedeutet. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet das AMS einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 3,5 Prozent, während die Zahl der Beschäftigten stabil bleibt.
Die Anzahl der Lehrstellen sank um 1,3 Prozent, und auch die offenen Stellen gingen nach AMS-Angaben um zehn Prozent zurück. Es gibt jedoch signifikante Unterschiede in den einzelnen Bezirken Burgenlands: Während im Bezirk Oberpullendorf ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um 12 Prozent zu verzeichnen ist, konnte der Bezirk Mattersburg einen Rückgang um 0,5 Prozent im Vorjahresvergleich verzeichnen.
Arbeitslosigkeit: Betroffene Branchen und Personen
Die Tourismusbranche verzeichnet jedoch 60 Stellen weniger als im Vorjahr. Auch die öffentliche Verwaltung (-38 Stellen) und die Warenherstellung (-33 Stellen) bestätigen den rückläufigen Trend im Stellenangebot.
In erster Linie betroffen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit ist das Gesundheits- und Sozialwesen mit einem Anstieg von 20 Prozent. Insbesondere Personen über 60 Jahre sind häufiger arbeitslos gemeldet.
„Aktuell verbuchen wir einen etwas stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit im Gesundheitssektor. Dieser Trend betrifft verschiedene Bereiche wie Krankenhäuser oder Pflegeheime. Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit besonders betroffen sind ältere Frauen. Ein wesentlicher Faktor ist hier die Anhebung des Pensionsalters, die generell dazu geführt hat, dass sich mehr Frauen ab 60 Jahren bei uns gemeldet haben. Konkret ist das ein Plus von +117 Personen. Gleichzeitig sehen wir aber auch einen positiven Beschäftigungstrend: Die jüngsten Daten zeigen, dass im Burgenland um 650 mehr Frauen ab 60 Jahren beschäftigt sind als im Vorjahr.“
Helene Sengstbratl, AMS Burgenland Chefin


