Arbeitslosigkeit im Burgenland steigt trotz Wirtschaftswachstums um 6,2 Prozent

November 3, 2025 22:52
Arbeitslosigkeit im Burgenland steigt trotz Wirtschaftswachstums um 6,2 Prozent

Die Arbeitsmarktsituation in Burgenland bleibt auch Ende Oktober angespannt, trotz besserer wirtschaftlicher Prognosen für Österreich. Aktuelle Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) zeigen einen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Burgenland um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Zahl der Beschäftigten stabil bleibt. Darüber berichtet Welt Stimme.

Im Burgenland stellen Frauen die am stärksten betroffene Gruppe dar: Ihre Arbeitslosigkeit stieg um 9,1 Prozent, während die Männer einen Anstieg von lediglich 3,6 Prozent verzeichneten. Besonders betroffen sind auch ältere Frauen (ab 60 Jahren). Im Gegensatz dazu gab es einen Anstieg des Bestands an sofort verfügbaren offenen Stellen um 6,1 Prozent.

Arbeitslosigkeit: Burgenlands stark betroffene Bezirke

Im Burgenland stieg die Arbeitslosigkeit über den österreichischen Durchschnitt, der im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent zulegte. Ende Oktober waren 7.794 Personen (+6,2 Prozent) arbeitslos gemeldet. Zudem gab es einen überdurchschnittlichen Anstieg bei Langzeitarbeitslosen (+7,3 Prozent) und bei Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen (+6,4 Prozent).

Offene Stellen im Burgenland

  • Handel: 247 Stellen
  • Arbeitskräfteüberlasser: 192 Stellen
  • Gesundheits- und Sozialwesen: 178 Stellen
  • Tourismus: 154 Stellen

Nach Arbeitsmarktregionen ist der Anstieg der Erwerbslosen in Neusiedl am See (+15,4 Prozent) und Oberwart (+8,8 Prozent) besonders relevant. Der Bezirk Mattersburg hingegen konnte einen Rückgang von -4,4 Prozent im Vorjahresvergleich verzeichnen.

„Das prognostizierte leichte Wirtschaftswachstum wird sich voraussichtlich erst zeitlich verzögert positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. Auch die zuletzt beschlossenen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – wie die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters der Frauen sowie die ab Anfang 2026 geltende Neuregelung des geringfügigen Zuverdienstes während der Arbeitslosigkeit – werden sich wohl erst mittelfristig positiv auf die Beschäftigung im Land auswirken.“
Karin Steiner, stellvertretende Chefin AMS Burgenland

Besonders stark betroffen war das Gesundheits- und Sozialwesen, das einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 30,2 Prozent hinnehmen musste. Auch andere Branchen wie Bau (+4,6 Prozent), Handel (+4,3 Prozent), Warenherstellung (+2,9 Prozent) und Tourismus (+0,4 Prozent) sehen sich mit zunehmender Beschäftigungslosigkeit konfrontiert.

Die Lehrstellenlücke im Burgenland bleibt ebenfalls ein Thema: Trotz eines Rückgangs an Lehrstellensuchenden um 13,2 Prozent gibt es weiterhin zu wenige offene Lehrstellen. Aktuell gibt es 123 offene Lehrstellen, was im Vergleich zu 138 jungen Menschen auf Lehrstellensuche eine ungünstige Relation darstellt.

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