Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat die Arbeitsmarktzahlen für Juli 2025 veröffentlicht: Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist trotz erster Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung erneut gestiegen. Besonders betroffen sind Frauen, ältere Personen und Menschen mit höherer oder akademischer Ausbildung.
Im Juli 2025 waren 359.374 Menschen beim AMS als arbeitslos oder in Schulung registriert, was einen Anstieg um 17.605 Personen oder 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Laut AMS ist die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr um 16.000 auf rund 4,05 Millionen gestiegen. Trotz dieser Zahlen steigt die nationale Arbeitslosenquote auf 6,7 Prozent, was einen Anstieg um 0,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahresmonat darstellt.
Frauen besonders betroffen
Die steigende Arbeitslosigkeit trifft Frauen besonders stark, mit einem Anstieg um 6,8 Prozent, während der Zuwachs bei Männern bei 4,3 Prozent liegt. Die Beschäftigung hat fast ausschließlich bei Frauen zugenommen – mit 15.000 zusätzlichen Stellen gegenüber nur 1.000 bei Männern.
AMS-Vorstand Johannes Kopf äußerte sich zum aktuellen Stand: „Zwar dürfte nach mehr als zwei Jahren Rezession endlich der Wirtschaftsaufschwung in Österreich angekommen sein – plus 16.000 Beschäftigte gegenüber dem Vorjahr – doch die Erholung ist nicht ausreichend, um die Arbeitslosenzahlen signifikant zu senken.“ Er weist auch auf die Probleme in der Automobilzulieferindustrie hin, die von den geplanten 15 Prozent US-Zöllen stark betroffen ist.
Steiermark und Oberösterreich mit größtem Anstieg
Alle Bundesländer sind von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen, besonders stark zeigen sich Oberösterreich (+9,4 Prozent), Steiermark (+9 Prozent) und Salzburg (+8,6 Prozent). Wien verzeichnet mit über 5.200 zusätzlichen Arbeitslosen den höchsten absoluten Anstieg.
Besorgniserregend ist der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit: Über 44.000 Personen sind seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung, was einem Anstieg von 24,3 Prozent entspricht. Außerdem steigerte sich die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Personen um 9,8 Prozent auf über 90.000.
Branchenweise zeigt sich, dass insbesondere der Handel (+8,4 Prozent), die Industrie (+8,3 Prozent), der Verkehr (+7,8 Prozent) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (+14,4 Prozent) deutliche Anstiege bei der Arbeitslosigkeit verzeichnen. Einzige Ausnahme ist die Arbeitskräfteüberlassung, die einen leichten Rückgang um 1,1 Prozent aufweist. Bei den Altersgruppen fällt auf, dass die Arbeitslosigkeit bei älteren Personen (50+) um 6,8 Prozent gestiegen ist, während Jugendliche unter 25 Jahren einen Anstieg von 3,7 Prozent erleben.
Die steigenden Arbeitslosenzahlen betreffen auch höher qualifizierte Personen: Die Anzahl der arbeitslos gemeldeten Personen mit akademischer Ausbildung stieg um 13 Prozent, während bei Personen mit höherer Ausbildung ein Anstieg um 7,8 Prozent zu verzeichnen ist.


