Österreichs Inflation bleibt ein Thema – aber der Bezirk Horn zeigt sich optimistisch
Im September 2025 betrug die Inflation in Österreich 4,0 Prozent, ein leichter Anstieg im Vergleich zum vorherigen Monat. Diese Teuerung wird maßgeblich von steigenden Preisen für Dienstleistungen und Nahrungsmittel angetrieben, während die Energiepreise sich nach einem turbulenten Jahresbeginn stabilisierten. Im Bezirk Horn jedoch herrscht eine merkliche Gelassenheit bezüglich der Preisentwicklung. Darüber berichtet Welt Stimme.
Bei der Raiffeisenbank Eggenburg herrscht eine positive Einschätzung der aktuellen Entwicklungen. Geschäftsleiter Clemens Pfeifer hebt hervor, dass die generelle Tendenz in Richtung sinkender Werte zeigt. Nach einem drastischen Anstieg der Inflation im Jahr 2023 auf 7,8 Prozent, sowie einer deutlichen Entspannung auf 2,9 Prozent im Jahr 2024, erwarten Experten für dieses Jahr eine Inflation von circa 3,5 Prozent. Für die Jahre 2026 und 2027 prognostiziert Pfeifer sogar Werte um 2,5 beziehungsweise 2,1 Prozent, was in die Richtung des Zielwertes der Europäischen Zentralbank zielt.
Blick Richtung Zukunft
Diese Einschätzungen sind im europäischen Kontext ebenfalls relevant. Während die Inflation in Österreich spürbar bleibt, nähert sich die Teuerung in der Eurozone mit etwa 2,3 Prozent bereits dem angestrebten Ziel. Pfeifer betont jedoch die Wichtigkeit regionaler Unterschiede: „Im Waldviertel wirkt sich die Inflation anders aus als in Wien oder Graz – hier prägen andere Lebens- und Konsumgewohnheiten das Bild.“
Der Regionaldirektor der Volksbank, Wolfgang M. Weidinger, äußert Verständnis für die Sorgen vieler Menschen und warnt zugleich davor, die offiziellen Inflationszahlen überzubewerten. Er spricht von der sogenannten „gefühlten Inflation“, die jeder individuell wahrnimmt: „Die offizielle Statistik ist ein Durchschnitt, aber jeder im Bezirk Horn hat ein individuelles Kaufverhalten. Wer viel Auto fährt, spürt andere Preisentwicklungen als jemand, der regelmäßig im Restaurant speist.“
Gelassenheit der Banken
Weidinger empfiehlt, sich privat finanziell breit aufzustellen und eine ausgewogene Planung zu verfolgen. „Wichtig ist eine gute Balance: liquide bleiben, Absicherungen schaffen und Veranlagungen richtig planen“, betont er. Insbesondere in Zeiten hoher Unsicherheit seien stabile Rücklagen – der berühmte Notgroschen – unverzichtbar. Nur wer gut vorbereitet ist, könne Phasen erhöhten Drucks gelassen überstehen.
Insgesamt herrscht trotz der vorherrschenden Unsicherheit im Bezirk Horn Optimismus. Die Raiffeisenbank sowie die Volksbank sehen keine kurzfristige Gefahr einer weiteren Inflation. Vielmehr rechnen sie mit einer allmählichen Rückkehr zur Normalität. Die Prognosen deuten darauf hin, dass die Inflation bis 2027 auf rund zwei Prozent absinken wird, was im Waldviertel für mehr Stabilität und Planungssicherheit sorgen könnte.


