EBRD senkt Wachstumsprognose für 2026 auf 2,5 Prozent

September 24, 2026 11:24
EBRD senkt Wachstumsprognose für 2026 auf 2,5 Prozent

EBRD senkt Wirtschaftswachstumsprognose für 2026

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hat die Konjunkturprognose für 2026 in ihrem Tätigkeitsgebiet auf 2,5 Prozent gesenkt. Dies wurde am Donnerstag bekanntgegeben und entspricht einem Rückgang um 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zur Schätzung vom Juni.

Der Rückgang ist vor allem auf einen schweren Wirtschaftseinbruch im Irak zurückzuführen, wo ein Minus von 12,0 Prozent für 2026 prognostiziert wird. Dieser Einbruch wird durch den Zusammenbruch der Ölexporte infolge des Iran-Kriegs sowie Störungen in der Straße von Hormuz verursacht. Ohne Berücksichtigung des Iraks liegt das erwartete Wachstum bei 3,3 Prozent.

Für 2027 wird eine wirtschaftliche Erholung auf 4,0 Prozent vorausgesagt. Die strafferen Finanzierungsbedingungen, hohe Inflation, anhaltende Dürre in Europa und die Blockade des Schwarzen Meeres durch den Ukraine-Konflikt dämpfen weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung. Zudem sind die europäischen Gasspeicher vor dem Winter schwach gefüllt, was zusätzliche Risiken birgt, insbesondere aufgrund der möglichen Konjunkturabschwächung wichtiger Handelspartner wie Deutschland.

In Zentraleuropa und den baltischen Staaten wird hingegen ein vergleichsweise widerstandsfähiges Wachstum erwartet. Die EBRD schätzt, dass diese Regionen in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent erreichen werden. Unter den einzelnen Ländern hebt sich Slowenien mit einem revidierten Plus von 3,6 Prozent hervor, gefolgt von Polen mit 3,5 Prozent. Ungarn wird voraussichtlich ein Wachstum von 1,8 Prozent verzeichnen, während die Slowakei und Tschechien mit 0,8 Prozent und 2,2 Prozent rechnen.

In der südöstlichen EU beeinträchtigen Konsolidierungsmaßnahmen und hohe Inflation das Wachstum, was Rumänien auf -0,2 Prozent schrumpfen lässt, während Bulgarien mit 2,7 Prozent stabil bleibt. Die EBRD hat für die Ukraine die Wachstumsprognose auf 1,5 Prozent nach unten revidiert. Das russische Wirtschaftswachstum wird für 2026 auf 0,5 Prozent geschätzt.

Einordnung

Die angepassten Wirtschaftsausblicke spiegeln die bedeutenden Herausforderungen in der Region wider, insbesondere durch geopolitische Spannungen und interne wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Prognosen deuten auf ein instabiles wirtschaftliches Umfeld hin, das die Erholung in den betroffenen Ländern beeinträchtigen könnte.

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