Vor 30 Jahren erfolgte der Spatenstich für eines der ersten Biomasse-Fernheizwerke im Bezirk Güssing, das sich mittlerweile zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt hat. Darüber berichtet Welt Stimme.
GÜTTENBACH. Der Spatenstich für das Biomasse-Fernheizwerk wurde 1995 vollzogen, wobei der gegenwärtige Erfolg zu diesem Zeitpunkt nicht vorhersehbar war. Aktuell beliefert die Fernwärmegenossenschaft 272 Abnehmer, und jedes Jahr kommen neue dazu. „Wir versorgen rund 80 Prozent der Gemeinde mit Wärme und sind die größte Wärmegenossenschaft im Bezirk Güssing“, erklärt Franz Jandrisits, der seit der Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 1997 als Obmann fungiert.
Holz aus der Heimat
Die umweltfreundliche Energie aus heimischem Holz versorgt nicht nur die Schule, den Kindergarten, das Pflegeheim und das Gemeindeamt, sondern auch sämtliche Wohnhausanlagen im Ort sowie eine ständig wachsende Zahl von Einfamilienhäusern. Jährlich werden etwa 7.500 Schüttraummeter Holz verarbeitet, mehr als die Hälfte davon stammt aus den Wäldern der Genossenschaftsmitglieder, der Rest von Zulieferbetrieben. „Wir verwenden Holz aus maximal 30 Kilometern Entfernung“, betont Jandrisits und hebt den regionalen Charakter der Anlage hervor. Auf dem genossenschaftseigenen Lagerplatz wird das Holz gehäckselt, wobei eine Brückenwaage und ein Messgerät zur Ermittlung des Heizwerts zum Einsatz kommen.
160.000 Euro Wertschöpfung
Das gestiegene Umweltbewusstsein der Bevölkerung erklärt den kontinuierlichen Anstieg der Anschlüsse und Umrüstungen, sagt Jandrisits. Auch die Förderungen spielen eine Rolle, derzeit gibt es bis zu 6.500 Euro vom Bund und bis zu 3.500 Euro vom Land. Die jährliche Wertschöpfung für die Region summiert sich auf rund 160.000 Euro.
Die nächste Investition der Genossenschaft wird ein „Sommerkessel“ sein, der den Hauptkessel während der warmen Jahreszeit ersetzen soll. „Das ermöglicht eine effizientere Nutzung und Steuerung der Anlage“, erklärt Jandrisits abschließend.


