Burgenland stärkt Bauwirtschaft mit Initiative „Rot-weiß-rot bauen“ für regionale Wertschöpfung

Jänner 31, 2026 10:07
Burgenland stärkt Bauwirtschaft mit Initiative "Rot-weiß-rot bauen" für regionale Wertschöpfung

Mit dem Abschluss ihrer bundesweiten Neujahrstour 2026 hat die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) im Burgenland ein deutliches Signal gesetzt. Die Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Baupraxis folgten der Einladung ins Kulturzentrum Eisenstadt und bekannten sich geschlossen zur Kampagne „Rot-weiß-rot bauen“. Ziel der Initiative ist es, öffentliche Bauaufträge stärker an regionale Betriebe zu vergeben und damit Arbeitsplätze, Ausbildung und Wertschöpfung im Land zu sichern. Darüber berichtet Welt Stimme.

EISENSTADT. Nach Stationen in allen Bundesländern mit insgesamt rund 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bildete das Burgenland den Abschluss der Tour „Rot-weiß-rot bauen“. Im Zentrum der Veranstaltung stand eine Podiumsdiskussion mit dem GBH-Bundesvorsitzenden und Nationalratsabgeordneten Josef Muchitsch sowie dem Vergaberechtsexperten Martin Schiefer. Diskutiert wurde, wie öffentliche Mittel gezielt eingesetzt werden können, um regionale Betriebe zu stärken und faire Arbeitsbedingungen sicherzustellen.

Breite Unterstützung aus Politik und Wirtschaft

Die Initiative erhielt umfassende Unterstützung von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft, darunter Landesregierung, Wirtschaftskammer, Gemeinden, Sozialpartner, öffentliche Institutionen sowie namhafte Unternehmen der Bauwirtschaft. Die einhellige Botschaft: Öffentliche Aufträge sollen dort ankommen, wo sie Beschäftigung sichern und Verantwortung übernommen wird. „Rot-weiß-rot bauen bedeutet Aufträge für unsere Betriebe, Arbeit für unsere Leute und Zukunft für das Burgenland“, betonte der burgenländische GBH-Landesvorsitzende Michael Mohl. Ausschreibungen, die regionale und mittelständische Betriebe faktisch ausschließen, seien aus Sicht der Gewerkschaft nicht akzeptabel.

Forderung nach regionaler Wertschöpfung

Auch GBH-Landesgeschäftsführer Bernd Rehberger verwies auf die angespannte Lage am Bau. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten müsse öffentliches Geld gezielt eingesetzt werden. „Wer im Burgenland baut, soll auch im Burgenland Wertschöpfung schaffen, ausbilden und Verantwortung übernehmen“, sagte Rehberger. Dubiose Subvergaben und Unterentlohnung dürften keinen Platz mehr haben.

Zustimmung auch auf Bundesebene

Josef Muchitsch, GBH-Vorsitzender, sieht in der Neujahrstour eine klare Bestätigung des eingeschlagenen Kurses. Die breite Zustimmung zeige, dass „Rot-weiß-rot bauen“ den Nerv der Zeit treffe. Nun gehe es darum, diese Unterstützung in konkrete politische und rechtliche Maßnahmen zu übersetzen. Vergaberechtsexperte Martin Schiefer unterstrich, dass regionale, soziale und nachhaltige Kriterien rechtlich zulässig seien. Das bestehende Vergaberecht biete ausreichend Spielräume, die konsequent genutzt werden müssten.

Beschäftigung am Bau rückläufig

Hintergrund der Initiative ist die rückläufige Beschäftigung im Bauwesen. Laut Daten der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) ist die Zahl der Beschäftigten in der Branche österreichweit seit Jahren rückläufig. Im Burgenland sank sie von 5.013 Personen im Oktober 2021 auf 3.801 im Oktober 2025. Mit „Rot-weiß-rot bauen“ will die GBH dieser Entwicklung entgegenwirken und öffentliche Investitionen gezielt für stabile Arbeitsplätze und regionale Entwicklung nutzen.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Lehre im Bezirk Schärding: Vier Lehrlinge berichten über ihre Motivation und beruflichen Ziele
Vorheriger artikel

Lehre im Bezirk Schärding: Vier Lehrlinge berichten über ihre Motivation und beruflichen Ziele

Lagerhaus SüdBurgenland übernimmt Werkstatt in Großpetersdorf und lädt zu "Meet & Greet" ein
Nächster artikel

Lagerhaus SüdBurgenland übernimmt Werkstatt in Großpetersdorf und lädt zu „Meet & Greet“ ein

Nicht verpassen