Mit dem Abschluss ihrer bundesweiten Neujahrstour 2026 hat die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) im Burgenland ein deutliches Signal gesetzt. Die Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Baupraxis folgten der Einladung ins Kulturzentrum Eisenstadt und bekannten sich geschlossen zur Kampagne „Rot-weiß-rot bauen“. Ziel der Initiative ist es, öffentliche Bauaufträge stärker an regionale Betriebe zu vergeben und damit Arbeitsplätze, Ausbildung und Wertschöpfung im Land zu sichern. Darüber berichtet Welt Stimme.
EISENSTADT. Nach Stationen in allen Bundesländern mit insgesamt rund 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bildete das Burgenland den Abschluss der Tour „Rot-weiß-rot bauen“. Im Zentrum der Veranstaltung stand eine Podiumsdiskussion mit dem GBH-Bundesvorsitzenden und Nationalratsabgeordneten Josef Muchitsch sowie dem Vergaberechtsexperten Martin Schiefer. Diskutiert wurde, wie öffentliche Mittel gezielt eingesetzt werden können, um regionale Betriebe zu stärken und faire Arbeitsbedingungen sicherzustellen.
Breite Unterstützung aus Politik und Wirtschaft
Die Initiative erhielt umfassende Unterstützung von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft, darunter Landesregierung, Wirtschaftskammer, Gemeinden, Sozialpartner, öffentliche Institutionen sowie namhafte Unternehmen der Bauwirtschaft. Die einhellige Botschaft: Öffentliche Aufträge sollen dort ankommen, wo sie Beschäftigung sichern und Verantwortung übernommen wird. „Rot-weiß-rot bauen bedeutet Aufträge für unsere Betriebe, Arbeit für unsere Leute und Zukunft für das Burgenland“, betonte der burgenländische GBH-Landesvorsitzende Michael Mohl. Ausschreibungen, die regionale und mittelständische Betriebe faktisch ausschließen, seien aus Sicht der Gewerkschaft nicht akzeptabel.
Forderung nach regionaler Wertschöpfung
Auch GBH-Landesgeschäftsführer Bernd Rehberger verwies auf die angespannte Lage am Bau. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten müsse öffentliches Geld gezielt eingesetzt werden. „Wer im Burgenland baut, soll auch im Burgenland Wertschöpfung schaffen, ausbilden und Verantwortung übernehmen“, sagte Rehberger. Dubiose Subvergaben und Unterentlohnung dürften keinen Platz mehr haben.
Zustimmung auch auf Bundesebene
Josef Muchitsch, GBH-Vorsitzender, sieht in der Neujahrstour eine klare Bestätigung des eingeschlagenen Kurses. Die breite Zustimmung zeige, dass „Rot-weiß-rot bauen“ den Nerv der Zeit treffe. Nun gehe es darum, diese Unterstützung in konkrete politische und rechtliche Maßnahmen zu übersetzen. Vergaberechtsexperte Martin Schiefer unterstrich, dass regionale, soziale und nachhaltige Kriterien rechtlich zulässig seien. Das bestehende Vergaberecht biete ausreichend Spielräume, die konsequent genutzt werden müssten.
Beschäftigung am Bau rückläufig
Hintergrund der Initiative ist die rückläufige Beschäftigung im Bauwesen. Laut Daten der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) ist die Zahl der Beschäftigten in der Branche österreichweit seit Jahren rückläufig. Im Burgenland sank sie von 5.013 Personen im Oktober 2021 auf 3.801 im Oktober 2025. Mit „Rot-weiß-rot bauen“ will die GBH dieser Entwicklung entgegenwirken und öffentliche Investitionen gezielt für stabile Arbeitsplätze und regionale Entwicklung nutzen.


