Klimawandel belastet Landwirtschaft im Nordburgenland
Der Klimawandel und anhaltende Trockenheit beeinträchtigen zunehmend die Landwirtschaft im Nordburgenland. Um Ernteausfälle in Zukunft zu vermeiden, setzen Landwirte und Landwirtinnen auf Bodenschutz, moderne Bewässerungstechnologien und angepasste Anbaumethoden.
In den Bezirken Neusiedl am See, Eisenstadt und Mattersburg sind Wetterextreme wie Rekordtrockenheit und unregelmäßige Niederschläge zu beobachten. Diese führen zu sinkenden Erträgen und höheren Produktionsrisiken. Die Landwirtschaftskammer Burgenland (LK) und das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft stellen daher Strategien auf, um die Auswirkungen dieser Herausforderungen zu mildern.
Trockenheit verstärkt Druck auf Kulturen
Im Vegetationsjahr 2026 war die Trockenheit besonders ausgeprägt. Während des Herbstes 2025 traten noch ergiebige Regenereignisse auf, stellte man von Jänner bis April 2026 jedoch außergewöhnlich geringe Niederschläge fest. Im Burgenland lag das Niederschlagsdefizit im April bei etwa 70 bis 85 Prozent im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. Auch wenn Mai und Juni zeitweise Regen brachten, blieb die Menge insgesamt unter dem Durchschnitt.
Maria Portschy, Landwirtin und Vorsitzende des LK-Pflanzenbauausschusses, betont, dass die Niederschläge auf leichten Böden die Bestände stark belasten. Die mangelnde Bewässerung führt bei Kulturen wie Mais, Soja, Sonnenblumen und Zuckerrüben zu erheblichen Ertragseinbußen.
Bodenschutz und angepasste Anbaumethoden im Fokus
Die Landwirtschaftskammer empfiehlt wassersparende Bodenbearbeitung als zentrale Gegenmaßnahme. Der Humusaufbau, pfluglose Bewirtschaftung und Zwischenbegrünung sollen die Verdunstung reduzieren und die Wasserspeicherfähigkeit der Böden erhöhen. Eine vielfältige Fruchtfolge und der Anbau von trockenheitsresistenten Kulturen, wie Sojabohnen und Sonnenblumen, tragen ebenfalls zur Risikominderung bei.
Im Gemüsebau wird die Tröpfchenbewässerung verstärkt umgesetzt, um Wasser effizient zu nutzen. Angesichts steigender Temperaturen müssen Landwirte auch auf neue Schädlinge wie die Glasflügelzikade reagieren. Die Landwirtschaftskammer bietet dazu einen Pflanzenwarnschutzdienst an, um frühzeitig vor Gefahren zu warnen.
Künftige Herausforderungen und Versicherungsschutz
Die Trockenheit hat im Anbaujahr 2026 zu einem früheren Erntebeginn geführt. Markus Fritz von Pannatura hebt hervor, dass eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung essenziell sei, um Wasser im Boden zu halten. Innovative Techniken wie der Strohstriegel sollen die Keimung von Beikräutern anregen und die Verdunstung verringern.
Zudem wird die finanzielle Absicherung durch Mehrgefahren- und Dürreversicherungen relevanter. Das Landwirtschaftsministerium fördert diese Versicherungen, um landwirtschaftliche Betriebe bei Ertragseinbußen wirtschaftlich zu unterstützen.
Einordnung
Die zunehmenden Wetterextreme erfordern dringend Anpassungen in der Landwirtschaft. Die Implementierung von Bodenschutzmaßnahmen und modernen Bewässerungstechniken wird entscheidend sein, um die Erträge langfristig zu sichern. Ein verstärkter Versicherungsschutz wird als weiteres wichtiges Werkzeug gesehen, um wirtschaftliche Risiken abzufedern.


