China unter Druck: Unternehmen erwägen Abwanderung ins Ausland

Juni 14, 2026 10:42
China unter Druck: Unternehmen erwägen Abwanderung ins Ausland

Wettbewerbsdruck durch China zwingt österreichische Industrie zur Umstrukturierung

Immer mehr österreichische Unternehmen planen, ihre Produktionsstätten ins Ausland zu verlagern, da der Wettbewerb durch chinesische Hersteller zunimmt. Dies zeigt eine aktuelle Analyse des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII), des WIFO und des Büros des Produktivitätsrates der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).

Die Untersuchung stellt fest, dass der steigende Importdruck aus China die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Firmen Produktionsstandorte ins Ausland verlagern oder Arbeitsplätze abbauen. Technologieintensive Branchen wie Elektronik, Datenverarbeitung und elektrische Ausrüstungen sind besonders betroffen, da chinesische Anbieter in diesen Segmenten ihre Marktanteile ausgebaut haben.

Eine Befragung von Industrieunternehmen ergab, dass rund 30 Prozent bis 2030 eine Produktionsausweitung im Ausland planen. Bei stark von chinesischen Firmen betroffenen Unternehmen liegt dieser Anteil bei über 40 Prozent. Zudem ziehen etwa 35 Prozent der Betriebe eine Verlagerung von Unternehmensbereichen in Erwägung.

Die Hauptgründe für diese Überlegungen sind niedrigere Personalkosten, günstigere Energiepreise sowie vorteilhaftere steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen in den Zielregionen, häufig Ost- und Südosteuropa sowie Südostasien. Manuel Gruber-Német, Ökonom im Büro des Österreichischen Produktivitätsrates, weist darauf hin, dass der Wettbewerb auf ein Umfeld steigender Unsicherheiten und einer schwachen Industriekonjunktur trifft, was Verlagerungen begünstigt.

Laut der Studie vollziehen viele Unternehmen einen Strategiewechsel. Sie setzen verstärkt auf Innovation, Qualitätsverbesserung und Produktentwicklung, um ihre Stellung im internationalen Wettbewerb zu sichern. WIFO-Ökonomin Agnes Kügler betont, dass die Wirtschaftspolitik diesen Wandel durch gezielte Standortpolitik unterstützen sollte.

Einordnung

Die Analyse zeigt eine alarmierende Tendenz zur Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland, die sowohl für den Arbeitsmarkt als auch für die österreichische Wirtschaft von Bedeutung ist. Angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs und der Notwendigkeit zur Steigerung von Innovation und Resilienz müssen Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und Investitionen in Forschung und Entwicklung zu fördern.

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