Dürre in Niederösterreich: Landwirtschaft stark betroffen
Lorenz Mayr, designierter Präsident der Landwirtschaftskammer, äußert im Interview mit MeinBezirk-Chefredakteur Oswald Hicker seine Besorgnis über die angespannte Situation in der Landwirtschaft angesichts der anhaltenden Dürre in Niederösterreich.
Die Ernteverluste liegen bei etwa 20 Prozent, mit noch dramatischeren Auswirkungen auf die Herbsternte. Ersten Schätzungen zufolge ist bei der Kartoffelernte die Ernthöhe auf weniger als ein Drittel des üblichen Ausmaßes gefallen. Auch andere Kulturen wie Mais, Soja, Sonnenblumen, Zuckerrüben und Kürbisse sind stark betroffen.
Die Tierhalter müssen zunehmend Futter zukaufen, wobei die Verfügbarkeit von Heu und Silomais begrenzt ist. Die geringere Marktverfügbarkeit führt zu steigenden Preisen, was die Futterkosten für die Betriebe erhöht, während die Erlöse nicht entsprechend ansteigen.
Der Anteil der bäuerlichen Produktion am Lebensmittelpreis ist minimal. Zum Beispiel macht der Weizenanteil bei einem Brötchen lediglich etwa einen Cent aus. Höhere Lebensmittelpreise sind nicht im Einklang mit dem gesunkenen Getreidepreis gegangen, was auf gestiegene Produktions-, Energie- und Transportkosten zurückzuführen ist.
Mayr betont, dass Konsumenten durch den Kauf von Produkten mit dem AMA-Gütesiegel kontrollierte österreichische Qualität unterstützen können. Bereits fünf Euro mehr pro Monat für regionale Lebensmittel könnten in Niederösterreich rund 770 Arbeitsplätze sichern und zusätzliche 38 Millionen Euro Wertschöpfung generieren.
Einordnung
Die Dürre bringt nicht nur Ernteverluste, sondern auch eine ernsthafte Bedrohung für die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln mit sich. Die anhaltenden Herausforderungen in der Landwirtschaft könnten langfristige Auswirkungen auf die Preispolitik und die regionale Nahrungsmittelproduktion haben.


