Das Kabinenpersonal von EasyJet France hat für Samstag und Sonntag, den 15. und 16. August 2026, zu einem Streik aufgerufen. Hintergrund sind nach Angaben der Gewerkschaften erfolglose Gespräche mit der Leitung der französischen Einheit über Dienstpläne und Arbeitsbedingungen. Die Arbeitnehmervertreter werfen dem Unternehmen vor, keine konkreten Maßnahmen zur Stabilisierung der Einsatzpläne und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen vorgelegt zu haben.
Der angekündigte Ausstand fällt in die Hauptreisezeit. Je nach Beteiligung könnten sich dadurch Abläufe im Flugbetrieb verändern. Konkrete Angaben zu möglichen Ausfällen oder Verspätungen lagen in den vorliegenden Informationen zunächst nicht vor. Die Gewerkschaften begründen den Aufruf mit Problemen, die nach ihrer Darstellung seit fast einem Jahr bestehen.
Gewerkschaften kritisieren kurzfristige Änderungen
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen die Dienstpläne der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. Die Gewerkschaften berichten von einer anhaltenden Instabilität, häufigen Änderungen in letzter Minute und einer Organisation, die den Beschäftigten wenig Planungssicherheit lasse. Wiederholt hätten sie das Management auf diese Probleme hingewiesen.
Zu den umstrittenen Praktiken zählen nach Angaben der Arbeitnehmervertreter sogenannte „trippings“. Gemeint sind Ketten von Flügen, die sich über mehrere Tage erstrecken. Außerdem kritisieren die Gewerkschaften kurze Rotationen, also knapp bemessene Einsatzfolgen innerhalb des Flugbetriebs. Sie sehen darin eine zusätzliche Belastung für die Besatzungen.
Die Gewerkschaften erklären, EasyJet France habe trotz der wiederholten Gespräche keine ausreichenden und konkreten Vorschläge zur Lösung der Probleme vorgelegt. Aus ihrer Sicht geht es daher nicht um einen einzelnen Streitpunkt, sondern um die Organisation der Arbeit über einen längeren Zeitraum. Der Konflikt zwischen dem Kabinenpersonal und der Unternehmensleitung habe sich über beinahe ein Jahr entwickelt.
Streit über Arbeitsbedingungen dauert an
Die Forderungen beziehen sich vor allem auf verlässlichere Dienstpläne und einen besseren Schutz der Beschäftigten vor kurzfristigen Eingriffen in ihre Einsätze. Nach Darstellung der Gewerkschaften werden Änderungen häufig erst spät mitgeteilt. Dadurch erschwere sich die persönliche Planung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Auch die mehrtägigen Flugketten stehen im Zentrum der Kritik. Die Beschäftigtenvertretungen verlangen nach den vorliegenden Angaben Maßnahmen, die den Einsatz dieser „trippings“ begrenzen oder zumindest besser planbar machen. Eine konkrete Einigung mit der Unternehmensleitung wurde bislang nicht bekanntgegeben.
Der angekündigte Streik des EasyJet-France-Kabinenpersonals soll am 15. und 16. August stattfinden. Die Ankündigung erfolgte am 12. August 2026. Damit bleiben zwischen der öffentlichen Bekanntgabe und dem geplanten Beginn der Arbeitsniederlegung nur wenige Tage für weitere Gespräche oder organisatorische Vorbereitungen.
Mögliche Folgen für den Ferienflugverkehr
Die beiden Streiktage liegen in einer besonders stark frequentierten Phase des europäischen Ferienflugverkehrs. Eine hohe Beteiligung des Kabinenpersonals könnte zu Verzögerungen und Streichungen führen. Ob und in welchem Umfang der Flugbetrieb von EasyJet France tatsächlich beeinträchtigt wird, hängt von der Zahl der teilnehmenden Beschäftigten und den betrieblichen Maßnahmen des Unternehmens ab.
Für die Fluggesellschaft könnten bei Beeinträchtigungen zusätzliche Kosten entstehen. Dazu zählen mögliche Entschädigungen sowie die Betreuung von Passagieren, deren Flüge verspätet stattfinden oder ausfallen. Eine konkrete Höhe dieser Kosten wurde nicht genannt. Auch Angaben zu bereits vorgenommenen Flugplanänderungen liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Der Arbeitskampf berührt damit zugleich die Beschäftigten und die Passagiere der französischen EasyJet-Einheit. Für die Gewerkschaften stehen die Arbeitsbedingungen der Besatzungen im Vordergrund. Sie verlangen von der Unternehmensleitung verbindliche Schritte bei der Planung der Einsätze und bei der Organisation mehrtägiger Rotationen.
EasyJet France hat nach den vorliegenden Angaben bislang keine konkreten Maßnahmen zur Stabilisierung der Dienstpläne angekündigt. Die Gespräche mit den Gewerkschaften gelten daher als nicht abgeschlossen. Die weitere Entwicklung wird sich an den angekündigten Streiktagen und an möglichen neuen Verhandlungen zwischen Kabinenpersonal und Management zeigen.


