In Stockerau wurde Österreichs erstes „Gips zu Gips“-Recyclingwerk feierlich eröffnet, das durch eine Zusammenarbeit von PORR, Saubermacher und der französischen Saint-Gobain-Gruppe entstanden ist. Darüber berichtet Welt Stimme.
STOCKERAU. Bei der Einweihungszeremonie zeigte sich Peter Giffinger, Geschäftsführer von Saint Gobain Österreich, begeistert und bezeichnete das Recyclingwerk als „Meilenstein im Bauwesen“. Seit 2019 arbeiten die Unternehmen daran, Gips in einen geschlossenen Recyclingkreislauf zu integrieren. Benoit Bazin, Präsident von Saint Gobain, hob die internationale Erfahrung des Unternehmens hervor, welches in 80 Ländern aktiv ist, um die Umweltauswirkungen des Bauens zu reduzieren.
Deponieverbot ab 1.1.2026
Ab dem 1. Januar 2026 tritt ein Deponieverbot für alte Gipskartonplatten in Kraft. Das Projekt „Gips zu Gips“ soll sicherstellen, dass aus dem Altmaterial neue Rigipskartonplatten mit bis zu 40 Prozent Recyclinganteil hergestellt werden. Josef-Dieter Deix, Vorstand von PORR, betont, dass „Abfall“ nun als „Grundstoff“ betrachtet werden sollte.
Investition von 7,5 Millionen Euro
Für die Umsetzung des Projekts in der ehemaligen Halle Süd in Stockerau, einem ehemaligen Glaswolllager, wurden 7,5 Millionen Euro investiert. Der Prozess umfasst mehrere Schritte: Der Gipsabfall wird per Lkw angeliefert, gewogen und nach Qualität sortiert. Anschließend erfolgt eine Vorzerkleinerung, Störstoffentfernung und Siebung, gefolgt von einer händischen Sortierung und erneutem Zerkleinern, bevor der eigentliche Recyclingprozess beginnt.
60.000 Tonnen Jahreskapazität
Das Werk soll künftig eine Jahreskapazität von 60.000 Tonnen erreichen. Hans Roth, Gründer von Saubermacher, erklärte, dass es zwar keine totale Abfallwirtschaft geben werde, jedoch sei dies ein erheblicher Schritt in Richtung „Zero Waste“. Zur Einweihung brachte Roth eine symbolische „50:50-Figur“ des Heiligen Franziskus mit, hergestellt aus Altmaterial und neuem Bronze. Diese soll Glück bringen, wie der segnende Pfarrer Wolfgang Berger verkündete.
Stimmen zur Eröffnung:
Stephan Pernkopf (LH-Stellvertreter): „Wiederverwertung ist das Gebot der Stunde!“
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie): „Das Werk zeigt eindrucksvoll, wie Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktioniert.“
Christian Moser (Vizepräsident Wirtschaftskammer NÖ): „Eine äußerst attraktive und hochqualitative Geschäftschance, mit der sich praktisch weltweit punkten lässt.“
Matthieu Peyraud (Botschafter Frankreich): „Dieses Pionierprojekt verdeutlicht die Stärke der französisch-österreichischen Zusammenarbeit beim Aufbau einer nachhaltigen Bauwirtschaft.“


