Erste Anklage gegen René Benko wegen betrügerischer Krida rechtskräftig

August 1, 2025 13:33
Erste Anklage gegen René Benko wegen betrügerischer Krida rechtskräftig

Die erste Anklage gegen René Benko, den Gründer des insolventen Signa-Imperiums, ist rechtskräftig. Ihm wird vorgeworfen, im Zuge der Insolvenz Vermögenswerte verschoben zu haben – der Schaden beträgt laut WKStA 660.000 Euro, bei Verurteilung drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Das Landesgericht Innsbruck bestätigte am Donnerstag, dass die Verteidigung innerhalb der gesetzlichen Frist von zwei Wochen keinen Einspruch eingelegt hat. Damit ist die Anklage der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wegen betrügerischer Krida offiziell rechtswirksam.

Die WKStA wirft Benko vor, im Zuge der Insolvenz seines Firmengeflechts Vermögenswerte bewusst verschwiegen zu haben, wodurch Gläubiger geschädigt wurden. Laut Anklage sollen Gelder und Vermögensbestandteile unter anderem auf seine Mutter Ingeborg Benko sowie auf verschiedene Gesellschaften und Privatstiftungen, darunter die „Laura Privatstiftung“, übertragen worden sein. Aus diesen Konstruktionen habe Benko direkt oder indirekt profitiert.

660.000 Euro Schaden im Fokus

Die Anklage bezieht sich auf zwei Haupttransaktionen: eine Miet- und Betriebskostenvorauszahlung von rund 360.000 Euro für ein Haus auf der Innsbrucker Hungerburg und eine Schenkung von 300.000 Euro an Angehörige. Insgesamt soll damit ein Schaden von 660.000 Euro entstanden sein.

Im Falle einer Verurteilung droht Benko eine Haftstrafe von ein bis zehn Jahren. Ein konkreter Verhandlungstermin steht bislang noch nicht fest. Es besteht die Möglichkeit, dass der Prozess auf Antrag der Verteidigung in Wien stattfinden wird.

Nur Teilaspekt der Causa Signa

Die nun rechtskräftige Anklage stellt lediglich einen Teil der umfassenden Causa Signa dar. Die WKStA ermittelt weiterhin in insgesamt 13 verschiedenen Strängen. Die Vorwürfe reichen von Untreue und schwerem Betrug über Gläubigerbegünstigung bis hin zu Förderungsmissbrauch.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen mehr als ein Dutzend Beschuldigte sowie zwei Verbände. Der bisher ermittelte Gesamtschaden beläuft sich laut Staatsanwaltschaft auf rund 300 Millionen Euro.

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