Am Montagabend erreichte der erste von zwei neuen 300-MVA-Großtransformatoren das Umspannwerk Sarasdorf – ein Meilenstein für die Erweiterung einer der zentralen Stromdrehscheiben Österreichs. Darüber berichtet Welt Stimme.
TRAUTMANNSDORF. Der 289 Tonnen schwere Transformator wurde innerhalb von vier Stunden präzise auf sein Fundament positioniert. Das Gerät misst 11,5 Meter in der Länge, 3,4 Meter in der Breite und 4,6 Meter in der Höhe. Er wurde per Schiene von Weiz (Steiermark) bis zum Bahnhof Götzendorf transportiert und anschließend über die Straße angeliefert. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 7 Millionen Euro pro Transformator.
Logistische Herausforderung
„Die punktgenaue Platzierung ist logistisch herausfordernd: Zunächst wurden zwei Spezialfahrgestelle unter den Transformator gerollt, dann der Transformator abgesenkt, mit den Fahrgestellen auf den Führungsschienen verschraubt und mithilfe von Seilzügen innerhalb von vier Stunden Millimeter für Millimeter auf das Fundament gezogen“, berichtet Christoph Guldner, Projektleiter bei Austrian Power Grid (APG).
Guldner fügt hinzu: „Bis Dezember wird der neue Transformator vollständig aufgerüstet und mit den Schaltfeldern verbunden. Im Januar kommt der zweite.“ Transformatoren sind das Herzstück jedes Umspannwerks. In Sarasdorf verknüpfen sie das österreichweite Höchstspannungsnetz der APG mit dem Verteilernetz von Netz Niederösterreich, das den Strom direkt zu Haushalten und Betrieben liefert. Dies gewährleistet, dass das Brucker Becken nach Bedarf mit Energie aus dem österreichischen Netz versorgt wird.
Andersherum wird Strom, der vor Ort aus Windkraft und Photovoltaikanlagen erzeugt wird und nicht verbraucht werden kann, in andere Landesteile geleitet, wo er benötigt wird, oder zu den großen Speicherwerken in den Alpen. „Das reduziert die Importabhängigkeit aus dem Ausland“, erklärt Guldner.
Hintergrund: Ausbau des Umspannwerks Sarasdorf
Das Ziel ist es, die Anschlussleistung des Umspannwerks Sarasdorf bis 2030 auf 900 MW zu erhöhen, was genug ist, um bis zu 18-mal mehr Strom zu transportieren, als in der Region verbraucht wird. Dieses Projekt ist Teil eines neun Milliarden Euro schweren Investitionsprogramms, im Rahmen dessen APG bis 2034 die österreichweite Netzinfrastruktur ausbaut und verstärkt.


