Erster Prozess in der Causa Minibambini
Im September 2026 beginnt der erste Gerichtsprozess in der Causa Minibambini, die seit dreieinhalb Jahren von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) untersucht wird. Zwei Beschuldigte, eine 32-jährige Frau und ein 41-jähriger Mann, stehen am 23. September am Landesgericht für Strafsachen in Wien unter Verdacht der Untreue.
Die beiden Angeklagten sollen in Zusammenhang mit einem Schaden von 300.000 Euro stehen, den sie aus den Mitteln des privaten Kindergartenvereins Minibambini verursachten. Laut Anklage erhielten sie zwischen April und Juni 2022 insgesamt 27.800 Euro, die mit der Miete eines Standorts für ein Einzelunternehmen, das eine Spielhalle betreibt, verknüpft sind. Diese Zahlungen verstießen gegen die Satzung des Vereins, die gemeinnützige Zwecke verfolgt.
Der Kindergartenverein Minibambini hatte zwischen 2009 und 2023 Fördergelder in Höhe von 40 Millionen Euro von der Stadt Wien erhalten. Ein Prüfbericht des Stadtrechnungshofes, veröffentlicht im Januar 2023, legt nahe, dass diese Gelder missbraucht wurden. Unter anderem wurden untypische Lieferfahrzeuge angeschafft und Speisen über Scheinfirmen geliefert. In der Folge wurden die Förderungen eingestellt, und eine Rückzahlung in Millionenhöhe gefordert.
Die WKStA führte im Rahmen der Ermittlungen bereits 25 Hausdurchsuchungen durch, die sich gegen insgesamt sechs Personen richteten. Ihnen wird schwerer Betrug, Untreue, organisierte Schwarzarbeit und Urkundenfälschung vorgeworfen, unter denen sich auch die ehemalige Obfrau und Ex-Kassierin des Vereins befinden. Der Gesamtschaden beläuft sich derzeit auf 6,65 Millionen Euro, so die aktuellen Informationen.
Einordnung
Der Prozess gegen die mutmaßlichen Mittäter könnte weitreichende Folgen für den Kindergartenverein und dessen Umgang mit öffentlichen Geldern haben. Er symbolisiert den Kampf gegen Korruption im Bildungsbereich und könnte das Vertrauen in die Verwaltung von Fördergeldern nachhaltig beeinflussen.

