Ermittlungen gegen René Benko wegen Betrugs und Untreue
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) führt gegen René Benko umfangreiche Ermittlungen in einem Verfahren mit mindestens 18 separaten Sachverhaltssträngen. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Verdacht, dass Benko Unterschriften von drei Investoren nachträglich auf einen Gesellschafterbeschluss eingefügt hat, der seinen Dienstvertrag betraf.
In einem wesentlichen Teil des Verfahrens wird untersucht, ob Benko im Rahmen seiner Insolvenz Vermögenswerte, darunter Bargeld und Luxusgüter, verschwiegen hat. Den Vorwürfen zufolge soll er durch Schenkungen und verdeckte Vermögensverschiebungen den Gläubigerfonds geschmälert haben. Die WKStA erhebt den Verdacht der betrügerischen Krida mit einem Schaden im zweistelligen Millionenbereich. Im Oktober 2025 wurde Benko bereits wegen betrügerischer Krida verurteilt, wobei er in einem zweiten Verfahren 15 Monate bedingte Haft erhielt, welches jedoch noch nicht rechtskräftig ist. Benko bestreitet alle Vorwürfe.
Die WKStA untersucht zudem, ob Benko einen Investor zu einer Überweisung von rund 5 Millionen Euro an den Sanierungsbeauftragten der Signa Holding GmbH verleitet hat, indem er eine Rückzahlung einer noch ausstehenden Dividende vorspiegelte. Diese Überweisung fand kurz vor der Insolvenz statt und ist nun Gegenstand gerichtlicher Verfahren.
Ein weiterer Ermittlungsschwerpunkt betrifft die vermutete Untreue bei der Vermietung des „Chalet N“ in Lech am Arlberg. Hierbei sollen Mietverträge unter den Selbstkosten an Benko und ihm verbundene Unternehmen abgeschlossen worden sein, was einen Schaden von über 1,5 Millionen Euro zur Folge hatte.
Zusätzliche Vorwürfe betreffen Überhöhen von Preisforderungen in Zusammenhang mit dem Wohnbauprojekt „Wohnen am Belvedere“, wo mutmaßlich ein Schaden von über 300.000 Euro entstanden sein könnte. Auch wird gegen Verantwortliche der Signa Holding GmbH ermittelt, die einem Berater ein Darlehen zu vergünstigten Konditionen gewährt haben sollen.
Einordnung
Diese Ermittlungen markieren einen signifikanten Wendepunkt in der Affäre rund um Benko und berühren verschiedene Aspekte seiner Geschäftspraktiken. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte dies erhebliche finanzielle und rechtliche Konsequenzen für Benko und die Signa Holding haben.


