EU und deutsche Wirtschaft wenden sich gegen Trumps Zollpläne
Die Europäische Union und die deutsche Wirtschaft kritisieren die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Erhöhung der Zölle auf Fahrzeuge aus der EU. In einer ersten Reaktion behält sich die EU-Kommission Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Ankündigung umsetzen.
Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, bezeichnete Trumps Ankündigung als inakzeptabel. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) äußerte, es handele sich um eine „erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen“. Trump kündigte an, die Zölle auf aus der EU in die USA importierte Autos und Lastwagen ab kommender Woche auf 25 Prozent zu erhöhen. Er begründete dies mit dem Vorwurf, die EU halte sich nicht an das gemeinsame Handelsabkommen.
Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte, die EU setze sich weiterhin für eine berechenbare und vorteilhafte transatlantische Beziehung ein. Sollte die US-Regierung Maßnahmen ergreifen, die dem Handelsabkommen widersprechen, behält sich die EU das Recht vor, alle Optionen zu prüfen, um ihre Interessen zu wahren. Zudem betonte sie, dass die EU die bestehenden Verpflichtungen sachgemäß umsetze und die US-Regierung regelmäßig informiere.
Laut Berechnungen des Center Automotive Research (CAR) in Bochum könnten die neuen Zölle zusätzliche Belastungen von etwa 2,5 Milliarden Euro pro Jahr für die deutsche Autoproduktion mit sich bringen. Handelsexperte Simon Evenett wies darauf hin, dass Social-Media-Beiträge von Trump keine verbindlichen Gesetze darstellen, und erklärte, Brüssel wolle den genauen Wortlaut der Ankündigungen prüfen, bevor es reagiert.
Im vergangenen Sommer hatten Trump und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Obergrenze von 15 Prozent für die meisten EU-Warenimporte in die USA vereinbart. Die EU verpflichtete sich im Gegenzug, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte zu erleichtern. Die Umsetzung dieses Abkommens ist jedoch durch weitere Zolldrohungen und anhaltende Unsicherheiten gebremst worden.
Einordnung
Die von Trump angekündigten höheren Zölle könnten die deutsche Automobilindustrie erheblich belasten und die bereits angespannten transatlantischen Beziehungen weiter verschärfen. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Europa weiterhin von Unsicherheiten geprägt sind, was potenziell negative Auswirkungen auf beide Märkte haben könnte.


