Neue EU-Verpackungsvorgaben treffen kleine Unternehmen
VILLACH/KÄRNTEN. Seit dem 12. August gelten die ersten Neuerungen der europäischen Verpackungsverordnung PPWR. Diese Regelung zielt darauf ab, den Umgang mit Verpackungen und Verpackungsabfällen innerhalb der EU zu verändern. Die neuen Vorgaben haben bereits für kleine Unternehmen, wie die Seifenmanufaktur „nature in your hands“ von Anastasia Tabojer in Arriach, spürbare Auswirkungen.
Unverhältnismäßige Belastung für kleine Betriebe
„Die neuen Vorgaben führen bei mir zu erhöhten Kosten und mehr Bürokratie“, sagt Tabojer. Als Einzelunternehmerin ist sie verpflichtet, die Anforderungen selbst zu recherchieren, erforderliche Unterlagen zusammenzustellen und fortlaufend Dokumentationen zu führen. Allein die Beauftragung eines Vertreters in Deutschland kostet sie rund 300 Euro jährlich. Weitere Melde- und Dokumentationspflichten stellen eine zusätzliche Belastung dar. Da etwa zehn Prozent ihrer Online-Bestellungen aus Deutschland kamen, hat sie jetzt den Versand dorthin eingestellt.
„Es geht nicht nur um Umsatz, sondern um treue Kundinnen und Kunden.“
– Anastasia Tabojer, nature in your hands
Kritik an der Umsetzung der Vorgaben
Tabojer stellt die grundsätzlichen Ziele der neuen Verpackungsvorgaben nicht in Frage, kritisiert jedoch deren Umsetzung. „Es macht einen großen Unterschied, ob ein Konzern tausende Pakete täglich versendet oder ein Einzelunternehmen nur wenige Sendungen pro Jahr“, erklärt sie. Auch andere kleine Betriebe würden vermehrt den Versand in einige EU-Länder einstellen. Tabojer fordert klare Schwellenwerte, beispielweise basierend auf Umsatz oder Paketanzahl, sowie einfachere und kostengünstigere Prozesse auf EU-Ebene. „Kleine Betriebe dürfen nicht an Bürokratie und zusätzlichen Kosten scheitern.“
Einordnung
Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) führt neue Anforderungen und Verantwortlichkeiten für Unternehmen entlang der gesamten Verpackungs-Wertschöpfungskette ein. Diese Regelungen sind relevant, da sie den wirtschaftlichen Druck auf kleinere Manufakturen erhöhen und deren Wettbewerbsfähigkeit auf dem EU-Markt beeinträchtigen können.

