Flughafen Linz priorisiert Wiederanbindung an Drehkreuz Frankfurt

September 9, 2025 21:32
Flughafen Linz priorisiert Wiederanbindung an Drehkreuz Frankfurt

Die Wiederaufnahme der Frankfurt-Verbindung steht ganz oben auf der Agenda des Flughafens Linz. Bei einer Sonderaufsichtsratssitzung wurde die Zukunft des Linz Airport intensiv diskutiert. Darüber berichtet Welt Stimme.

Wirtschaftliche Bedeutung der Verbindung

HÖRSCHING. Die Wiederanbindung an den Hub Frankfurt hat für die nachhaltige Sicherung des Flughafens Linz höchste Priorität. Dies ist das Ergebnis der Zukunftsstrategie für den Linzer Flughafen, die am Dienstag, 9. September, in der Sitzung des Flughafen-Aufsichtsrats behandelt wurde. Das Land Oberösterreich wird eine Ausschreibung für die Verbindung Linz–Frankfurt durchführen, betonte Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner. „Die Realisierbarkeit dieses Vorhabens hängt jedoch auch von externen Faktoren ab. Konkret muss eine eventuell erforderliche Anschubfinanzierung seitens des Landes EU-rechtskonform sein“, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Achleitner.

Wirtschaftlich tragfähig und rechtlich stabil

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer unterstrich die Bedeutung des Flughafens für die Region: „Für eine Stadt wie Linz, die ein internationaler Wirtschafts- und Kulturstandort ist, hat die Anbindung an ein globales Drehkreuz oberste Priorität.“ Eine solche Verbindung müsse jedoch auch wirtschaftlich tragfähig und rechtlich abgesichert sein. „Unsere exportorientierten Unternehmen, Kulturinstitutionen und der Tourismus sind auf eine verlässliche internationale Vernetzung angewiesen. Sollte eine solche Lösung nicht möglich sein, müssen umgehend alternative Szenarien geprüft werden, um die wirtschaftliche Stabilität und Zukunft des Flughafens zu gewährleisten,“ so Prammer.

Ausgewogene Entwicklung erforderlich

Achleitner äußerte sich zur strategischen Ausrichtung des Flughafens Linz und betonte, dass eine ausgewogene Entwicklung im Linien- und Charterverkehr sowie bei Low-Cost-Verbindungen und in der Luftfracht erforderlich ist. „Zentrale Voraussetzung bleibt jedoch eine verlässliche Hub-Anbindung an Frankfurt, um die internationale Erreichbarkeit des Wirtschafts- und Industriestandorts Oberösterreich sicherzustellen“, fügte er hinzu. Er bedauerte, dass die EU zwar immer wieder die Stärkung der Regionen in den Vordergrund stelle, aber Bundesländern wie Oberösterreich Schwierigkeiten bereite, verlässliche Linienverbindungen im Flugverkehr zu sichern. „Das EU-Wettbewerbsrecht lässt hier nur einen sehr engen Handlungsspielraum zu“, so Achleitner.

Kritik an der AUA

Zudem äußerte Achleitner scharfe Kritik an der Austrian Airlines (AUA) wegen der Einstellung der Frankfurt-Verbindung: „Es kann nicht sein, dass die AUA Regionalflughäfen schwächt, um ihre Stellung in der Bundeshauptstadt auszubauen – gerade weil die AUA während der Corona-Pandemie mit 600 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln gerettet wurde“, betonte Achleitner.

Abhängigkeit vom Monopol lösen

Achleitner forderte, dass der Flughafen Linz nicht länger nur von einer Fluglinie abhängig sein dürfe. Er verlangte vom Management des Flughafens, rasch Alternativen vorzulegen. „Unser Standort hat eine Top-Lage: starke, international tätige Betriebe, die Nähe zu Skigebieten und weltbekannten Tourismusregionen wie Hallstatt und das Salzkammergut. Diese Chancen müssen wir offensiv nutzen – damit Oberösterreich international erreichbar und gut vernetzt bleibt“, so Achleitner.

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