Fördermittel für private Kindergartenträger in Wien gestrichen
Die Stadt Wien hat erneut Fördermittel für private Kindergartenträger gestrichen. Betroffen sind vier Vereine, wie die zuständige MA 10 (Kindergärten) bestätigt.
Bis Juli dieses Jahres wurden die Zuwendungen für insgesamt fünf Standorte mit rund 450 Plätzen entzogen. Damit steigt die Zahl der Privatträger, die in diesem Jahr ihre Förderung verloren haben, auf zwölf. Bereits zuvor waren bis Februar 2023 die Fördermittel für 13 Standorte mit 760 Plätzen ausgesetzt worden.
Die MA 10 äußerte sich gegenüber „ORF“ und begründete die Kündigungen der Fördervereinbarungen mit „unterschiedlichen Gründen“, insbesondere finanziellen Aspekten, die bei Überprüfungen aufgefallen seien. Weitere Details zu den betroffenen Vereinen wollte die Behörde nicht bekanntgeben, da „laufende Verfahren“ zu berücksichtigen seien.
Die ÖVP Wien kritisiert die mangelnde Transparenz und fordert Aufklärung über die Hintergründe der Fördermittelkürzungen. Bildungssprecher Harald Zierfuß betont, dass Eltern ein Recht auf Informationen hätten, da 450 Kinder potenziell ihren Kindergartenplatz verlieren könnten.
Im Januar 2026 wurde ein Bericht des Stadtrechnungshofs veröffentlicht, der auf unsachgemäße Verwendung von Fördergeldern hinwies. Die Stadt hatte daraufhin angekündigt, die Kontrollen zu verschärfen. Die ÖVP sieht in den aktuellen Entwicklungen einen Erfolg ihrer Forderungen, beklagt jedoch gleichzeitig den fehlenden Informationsfluss der Stadt.
Einordnung
Die Streichung der Fördermittel stellt eine bedeutende Veränderung für die betroffenen Träger dar und könnte die Betreuungsmöglichkeiten für Familien in Wien einschränken. Transparenz in den Entscheidungsprozessen ist entscheidend, um das Vertrauen der Eltern in die öffentlichen Institutionen aufrechtzuerhalten.


