Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) hat die österreichische Öffentlichkeit nach den jüngsten Konflikten im Nahen Osten beruhigt. Er betont, dass die Situation heute eine andere ist als beim Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022. „Für Österreich besteht derzeit kein Anlass zur Sorge“, so der Minister.
Nach den Angriffen der Koalition aus den USA und Israel auf den Iran hat die internationale Gemeinschaft die weltweiten Märkte genau im Auge. Am Montag lagen etwa 150 Tanker in der Straße von Hormuz vor Anker, was eine Durchfahrt unmöglich machte. Diese Entwicklung führt zu einem Anstieg der Preise für fossile Brennstoffe weltweit. Im Jahr 2024 werden rund 20 Prozent des globalen Rohölverbrauchs durch diese strategische Meerenge transportiert.
„Kein Anlass zur Sorge“
Österreichische Unternehmen und Haushalte zeigen sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs besorgt über solche Entwicklungen. Dennoch versichert Energieminister Hattmannsdorfer: „Für Österreich besteht derzeit kein Anlass zur Sorge, unsere Versorgung ist gesichert. Weder der Iran noch die Straße von Hormuz sind für unsere unmittelbare Versorgungssicherheit entscheidend.“
Er erklärte, dass die Ausgangslage im aktuellen Konflikt fundamental anders sei als beim Angriff Russlands auf die Ukraine, da Österreich keine direkte Abhängigkeit vom Iran habe. „Österreich ist heute in Summe deutlich breiter diversifiziert und damit resilienter aufgestellt“, fügte er hinzu.
Europa sei als Kontinent ebenfalls nur begrenzt betroffen, da der Großteil der Lieferungen aus der Straße von Hormuz nach Asien gehe. Der Minister sieht derzeit keine Hinweise auf physische Engpässe bei Öl oder Gas. In den kommenden Tagen werden sich die Entwicklungen insbesondere bei den Verbraucherpreisen ausgehen lassen. Solche Marktentwicklungen sind in geopolitischen Krisensituationen nicht ungewöhnlich.
Speicher zu 36 Prozent gefüllt
Die Gasspeicherkapazitäten in Österreich sind zum Stand vom 27. Februar zu 36 Prozent gefüllt, was beachtlich ist, zumal Österreich einen extrem kalten Winter hinter sich hat. Im Vergleich dazu sind die Gasspeicherstände in Deutschland bei 21 Prozent, in Frankreich bei rund 20 und in den Niederlanden sogar nur bei etwas über 10 Prozent.
Im vergangenen Jahr verbrauchte Österreich insgesamt rund 80,4 TWh Gas. Zum Zeitpunkt des Ukraine-Kriegs 2022 lag der Verbrauch jedoch noch bei 88 TWh, was einen Anstieg von zehn Prozent gegenüber dem aktuellen Verbrauch darstellt. Die gegenwärtige Gasversorgung erfolgt hauptsächlich über Flüssiggas (LNG) aus Nordamerika und durch eine Pipeline aus dem Süden nach Italien.
Zusätzlich wird Mitteleuropa durch Norwegen über Deutschland versorgt, informiert das Ministerium. Auch die Pipeline Turk Stream, die nach Europa führt, ist für Österreich nicht direkt von Bedeutung.
Darüber berichtet Welt Stimme.


