Traditionsbetrieb Paul Green plant Schließung der Produktion in Mattsee
Überraschende Wende in Mattsee: Der Traditionsbetrieb Paul Green plant, seine Produktion im Flachgau einzustellen. Die Gewerkschaft „PRO-GE“ kritisiert diese Entscheidung scharf. Darüber berichtet Welt Stimme.
MATTSEE. Der Schuhersteller „Paul Green“ kündigte vergangene Woche überraschend an, die Produktion in Mattsee schließen zu wollen. Die Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) Salzburg äußert scharfe Kritik an dieser Entscheidung. Laut Angaben der Gewerkschaft sind überwiegend Frauen mit jahrzehntelanger Erfahrung von der Schließung betroffen.
Daniel Mühlberger, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft, bemängelt: „Diese Entscheidung kam völlig überraschend von der Geschäftsführung ohne Einbindung des Betriebsrates und ist ein schwerer Schlag für die Beschäftigten.“ Weiter ist Mühlberger überzeugt:
„Gerade jene, die das Unternehmen über Jahrzehnte mit aufgebaut haben und zu diesem großen Erfolg beigetragen haben, werden jetzt fallengelassen. So geht man mit Menschen nicht um. Das ist respektlos und sozial verantwortungslos.“
Daniel Mühlberger, Landesgeschäftsführer PRO-GE
PRO-GE informiert zudem, dass das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren einen Gewinn von 59 Millionen Euro erzielt hat. „Allein 2024 waren es 9,4 Millionen Euro, wovon über 5 Millionen Euro als Dividende ausgeschüttet wurden“, so die Gewerkschaft.
„Die Firma versucht, die Entscheidung mit angeblich zu hohen Produktionskosten zu rechtfertigen – das ist vorgeschoben“, ergänzt Daniela Wiermeier, Gewerkschafterin der PRO-GE, die den Betrieb jahrelang betreut hat.
„Ich kenne und begleite die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Firma schon seit vielen Jahren. Der wirtschaftliche Erfolg von Paul Green ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit der Beschäftigten. Wer auf dieser Basis Millionengewinne erzielt, trägt auch Verantwortung gegenüber jenen, die diesen Erfolg möglich gemacht haben.“
Daniela Wiermeier, Gewerkschafterin bei PRO-GE
Belegschaft steht hinter der Gewerkschaft
Am Mittwoch fand zudem eine Betriebsversammlung der Beschäftigten statt. Mit 100-prozentiger Zustimmung beauftragten die Arbeiterinnen und Arbeiter die Gewerkschaft, ein Maßnahmenpaket zu schnüren und ihre Interessen zu vertreten.
In diesem Zusammenhang fordert PRO-GE das Unternehmen auf, gemeinsam faire und soziale Lösungen für die Betroffenen zu erarbeiten. „Viele Beschäftigte sind über 50 Jahre alt, einige stehen kurz vor der Pension und haben kaum Chancen am Arbeitsmarkt nochmal Fuß zu fassen“, so Mühlberger und Wiermeier.


