Am Dienstag, den 09. Oktober 2025, beginnt in Innsbruck der Prozess gegen den ehemaligen „Immobilien-König“ René Benko. Laut Anklage soll der ehemalige Signa-Chef Vermögenswerte im Wert von 660.000 Euro beiseitegeschafft haben, was zu Nachteilen für Gläubiger führte. Dies ist das erste von mehreren geplanten Verfahren gegen Benko. Darüber berichtet Welt Stimme.
Es ist nun zwei Jahre her, dass die Signa Holding Insolvenz anmeldete. Die Pleite des Immobilienunternehmens, das unter der Führung von René Benko stand, hinterlässt eine verheerende Situation: Tausende Arbeitsplätze stehen auf der Kippe, Gläubiger bangen um Milliarden und die Staatsanwaltschaft wirft Benko vor, Vermögenswerte in Millionenhöhe beiseitegeschafft zu haben, zum Nachteil Dritter.
„Zukünftige Benkos“ stoppen
Seit Beginn des Jahres befindet sich Benko in Untersuchungshaft in Innsbruck. Die Justiz arbeitet intensiv an dem Fall, während die Grünen die Regierung für ihre Untätigkeit kritisieren. Der Mangel an notwendigen Verordnungen zur Bekämpfung von Betrug sorgt für Unmut. Nina Tomaselli, Abgeordnete der Grünen, äußerte in einer Pressekonferenz am Donnerstag, dass es darum gehe, zukünftigen Betrügern wie Benko Einhalt zu gebieten. „Die Regierung darf nicht die Augen vor den Schlupflöchern verschließen, die es Betrügern ermöglichen, ungestraft davonzukommen“, so Tomaselli. Sie erklärte, dass die Regierung, die nichts unternimmt, Mitverantwortung trägt.
Stiftungen unter die Lupe
In Anbetracht der Situation fordert die Grüne Partei erneut ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Betrug. Dies wurde bereits dreimal angekündigt, aber bislang nicht in Gesetzestexte verfasst. Laut Tomaselli sollten unter anderem Gewerbescheine entzogen werden, wenn Unternehmen ihre Jahresabschlüsse nicht ordnungsgemäß veröffentlichen. Zudem benötigen zahlreiche Stiftungsmodelle einer genauen Prüfung, da schätzungsweise 80 Prozent in Österreich nicht kontrolliert werden. „Unternehmen dürfen nicht besser dastehen, wenn sie Strafen zahlen, anstatt ihre Bilanzen ordnungsgemäß offenzulegen“, betonte Tomaselli. Die parlamentarische Anfrage der Grünen soll noch am Donnerstag gestellt werden.

