Handelsketten unter Beschuss: Landwirtschaftskammerpräsident kritisiert unfaire Preispolitik
Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ, erhebt im Leserbrief scharfe Vorwürfe gegen den Handel.
In seinem Schreiben äußert Waldenberger: „Wenn aktuell von einer Handelskette Leichtmilch um 63 Cent je Liter und Butter um 5 Euro je Kilogramm sowie von einer anderen Handelskette Französischer Brie zum Tiefstpreis angeboten wird, dann zeigt das vor allem eines: Die fehlende Wertschätzung der Handelsmanager gegenüber uns Bäuerinnen und Bauern.“ Seiner Meinung nach sei es nicht ausreichend, die Partnerschaft mit der Bauernschaft in Werbeprospekten zu propagieren; diese müsse auch durch faire Preisgestaltung tatsächlich Realität werden.
Waldenberger hebt hervor, dass die heimische Land- und Lebensmittelwirtschaft zu höchsten Qualitätsstandards produziere. „Österreichische Konsumentinnen und Konsumenten greifen im EU-Vergleich in einem hohen Ausmaß zu Bio-Lebensmitteln und Produkten aus Qualitätsprogrammen“, betont er. Dennoch wiesen die Ausgaben für Lebensmittel laut WIFO mit einem Anteil von 10 Prozent an den Haushaltsausgaben innerhalb der EU den drittniedrigsten Wert auf. Zusätzlich führt er an, dass die Ausgaben für Freizeit mit 9,9 Prozent praktisch gleichauf liegen.
Waldenberger fordert eine klare Stellungnahme der Konsumentinnen und Konsumenten: „Wer auch in Zukunft eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft will, muss sich auch im wirtschaftlichen Handeln dazu bekennen. Die Abstimmung dazu findet praktisch mit jedem Griff ins Einkaufsregal statt.“ Darüber berichtet Welt Stimme.
Franz Waldenberger
Präsident Landwirtschaftskammer OÖ


