Wirtschaftsminister fordert Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat betont, dass von über 12.000 Rot-Weiß-Rot-Karten für qualifizierte Zuwanderer nur 60 an Selbstständige und Start-ups vergeben wurden. Um Unternehmer, Gründer und Investoren nach Österreich zu locken, müsse die Rot-Weiß-Rot-Karte als Standortinstrument deutlicher positioniert werden.
Um diese Zielgruppe effektiver anzusprechen, sind mehrere Maßnahmen erforderlich. Hattmannsdorfer fordert schnellere Verfahren mit klaren Entscheidungsfristen und eine Reduzierung der Bürokratie. Die unternehmerische Erfahrung sollte stärker gewichtet werden als formale Abschlüsse.
Der Begriff Innovation müsse breiter gefasst werden, um digitale Dienstleistungen, Plattformmodelle und kreative Geschäftsmodelle einzuschließen. Die Industriestrategie sollte Erleichterungen für Schlüsseltechnologien bieten, und Englisch sollte als Geschäftssprache gleichwertig anerkannt werden. Hattmannsdorfer plädiert zudem für ein aktiveres Standortmarketing.
Auf die bereits bestehenden Herausforderungen angesprochen, sagte der Minister: „Für den Standort zählt nicht, ob jemand perfekt in ein altes Formular passt. Entscheidend ist, ob jemand Wertschöpfung bringt.“ Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Economica zeigt, dass die Bruttowertschöpfung eines unternehmerischen Projekts innerhalb von fünf Jahren zwischen 13,6 Millionen Euro und 155 Millionen Euro liegen kann.
Die Investitionen variieren je nach Unternehmensgröße zwischen 15 Millionen Euro und 150 Millionen Euro, wobei planbare Aufenthalts- und Verbleibsperspektiven die Investitionsbereitschaft erhöhen.
Einordnung
Die vorgeschlagenen Reformen könnten die Attraktivität Österreichs als Unternehmensstandort deutlich erhöhen. Eine Vereinfachung der Antragsverfahren sowie eine breitere Definition von Innovation sind entscheidend, um internationale Investoren besser zu erreichen und die Wirtschaft zu stärken.


