Österreichs Industrie fordert zuverlässige Rahmenbedingungen
Am Montagmorgen erklärte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) während eines Betriebsbesuchs bei Rotax in Gunskirchen, dass diese Woche entscheidend für die Industrie in Österreich sei. Das Unternehmen, das Hochleistungsmotoren herstellt, hat eine Exportquote von 99,5 Prozent. Rotax-Geschäftsführer Mario Gebetshuber betonte die Notwendigkeit verlässlicher politischer Rahmenbedingungen. Diese will die Bundesregierung im Laufe der Woche mit einer neuen Industriestrategie präsentieren. Darüber berichtet Welt Stimme.
Strategie zur Senkung der Energiekosten
Ein zentrales Element der neuen Industriestrategie ist die Senkung der Energiekosten. Die nach wie vor hohen Energiepreise werden von der Industrie seit Jahren als Wettbewerbsnachteil angesehen. Hattmannsdorfer kündigte an, dass das Thema in der Industriestrategie berücksichtigt wird. Er verwies auf Deutschland als Benchmark, wo für 2026 ein günstiger Industriestrompreis angekündigt wurde. „Wir müssen nicht das deutsche Modell eins zu eins kopieren, sondern in der Wirkung das Gleiche erreichen“, sagte der Minister und fügte hinzu: „Sonst brauchen wir über Wettbewerbsfähigkeit gar nicht reden.“
Auf die Frage, ob die Einführung eines Industriestrompreises unter den gegenwärtigen Budgetbedingungen realisierbar sei, betonte Hattmannsdorfer, dass wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen erforderlich sind und dass es auch Potenziale für Offensivmaßnahmen in Bezug auf die Budgetkonsolidierung braucht.
Rotax: Hohe Ausbildungsquote unter Lehrlingen
In der Frage der Rahmenbedingungen erhielt Hattmannsdorfer Rückendeckung von der Führungsetage von Rotax. „Die Industrie braucht keine Sonderstellung, sondern verlässliche Rahmenbedingungen“, erklärte Geschäftsführer Mario Gebetshuber. Rotax produziert Hochleistungsmotoren, von denen 99,5 Prozent exportiert werden – darunter Motoren für Schneemobile, die auch bei minus 30 Grad zuverlässig arbeiten. In Gunskirchen erwirtschaften 1.500 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro. Besonders hervorzuheben ist das Engagement des Unternehmens in der Lehrlingsausbildung. Derzeit werden 90 Lehrlinge in elf Berufen ausgebildet, wobei 25 Prozent weiblich sind. „Darauf sind wir sehr stolz“, sagte Gebetshuber, da eine so hohe Quote in technischen Berufen nicht selbstverständlich ist.


