Heftige Kritik an WKO-Gehaltserhöhung um 4,2 Prozent inmitten schwacher Konjunktur

November 3, 2025 19:12
Heftige Kritik an WKO-Gehaltserhöhung um 4,2 Prozent inmitten schwacher Konjunktur

Eine Gehaltserhöhung von 4,2 Prozent für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) sorgt derzeit für breite Diskussionen. Während Wirtschaftskammer und Gewerkschaft die Anpassung verteidigen, üben Vertreterinnen und Vertreter von Industrie und Politik scharfe Kritik. Darüber berichtet Welt Stimme.

ÖSTERREICH. Die Gehaltserhöhungen der WKO liegen deutlich über der aktuellen Inflationsrate von 3,5 Prozent, wie die Presse berichtet. Die Erhöhung von 4,2 Prozent steht im Kontrast zu den Lohnsteigerungen in vielen anderen Branchen, die aufgrund der schwächelnden Konjunktur geringer ausfallen. Dies hat zu gemischten Reaktionen geführt.

Die FPÖ, NEOS und die Grünen äußerten heftige Kritik. FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch bezeichnete die Entscheidung als „Schlag ins Gesicht für jeden heimischen Unternehmer und Arbeitnehmer“. Der NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos stellte fest, dass die Wirtschaftskammer „jegliches Maß und jede Bodenhaftung verloren“ habe. Elisabeth Götze, Wirtschaftssprecherin der Grünen, kritisierte die Kammer und meinte, sie wirke „eher wie ein Selbstbedienungsladen als wie eine Vertretung und Serviceorganisation der Unternehmen“. Auch IV-Wien-Präsident Christian Pochtler warnte vor einem „fatalen Signal für alle folgenden Lohnverhandlungen und KV-Runden“.

WKO verteidigt die Gehaltserhöhung

Die Wirtschaftskammer wies die Kritik zurück. Nach ihren Angaben orientiere sich die Anpassung an den Kollektivvertragsabschlüssen des vergangenen Jahres, die zwischen 5,4 und 9,2 Prozent lägen. „Damit bilden wir die Realitäten der Mitgliedsunternehmen bestmöglich ab“, hieß es aus der Kammer. Zudem werde die Erhöhung zeitverzögert, weswegen sie nun stärker ins Gewicht falle. Langfristig seien die Gehaltssteigerungen im eigenen Haus „deutlich niedriger als in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“, so die WKO.

Lob von der Gewerkschaft vida

Eine positive Reaktion kam überraschend von der Gewerkschaft vida. Deren Vorsitzender Roman Hebenstreit bezeichnete die Entscheidung als „wichtiges Signal gegen den Kaufkraftverlust“ und begrüßte das „Umdenken der Wirtschaftskammer und ihres Präsidenten ausdrücklich“.

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