Heizformen im Klima-Check: Studie vergleicht CO₂-Emissionen von Pellets und fossilen Heizsystemen in der Steiermark

Jänner 8, 2026 15:48
Heizformen im Klima-Check: Studie vergleicht CO₂-Emissionen von Pellets und fossilen Heizsystemen in der Steiermark

Studie zeigt erhebliche CO₂-Einsparungen durch Austausch alter Heizungen

Ein aktueller Bericht der Wirtschaftskammer Steiermark belegt, dass der Austausch von alten Heizsystemen eine der effektivsten Maßnahmen zum Klimaschutz darstellt. Insbesondere Pelletsheizungen und Wärmepumpen verursachen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg deutlich weniger CO₂-Emissionen im Vergleich zu fossilen Heizsystemen. Gegenüber dem Betrieb alter Ölheizungen können bis zu 91 Prozent der Treibhausgasemissionen eingespart werden. Darüber berichtet Welt Stimme.

Die Pilotstudie der Landesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, die am Donnerstag vorgestellt wurde, analysierte den gesamten Lebenszyklus von Heizungsanlagen nach dem „Cradle-to-Grave“-Ansatz. Dabei wurde ein normales Einfamilienhaus aus dem Jahr 1980 mit einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern sowie vier Bewohnern als Referenz genommen, wobei der Austausch eines bestehenden Ölkessels im Fokus stand.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die entscheidende Rolle der Nutzungsphase. Laut Studienautor Andreas Gumpetsberger sind die Herstellung und die Entsorgung der Heizsysteme im Vergleich zum jahrzehntelangen möglichen Betrieb von untergeordneter Bedeutung. Wer eine alte Ölheizung ersetzt, leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz im privaten Bereich.

Pelletsheizungen schneiden am besten ab

Der Vergleich der CO₂-Emissionen während des Betriebes zeigt deutliche Unterschiede. Während die Weiterführung einer alten Ölheizung über 20 Jahre hinweg rund 216 Tonnen CO₂-Äquivalente verursacht, sparte eine moderne Pelletsheizung bis zu 91,1 Prozent ein. Luft-Wasser-Wärmepumpen reduzieren die Emissionen abhängig von der Vorlauftemperatur um etwa 78 bis 84 Prozent, während moderne Öl-Brennwertkessel lediglich eine Einsparung von etwa 14 Prozent erzielen.

Gumpetsberger verdeutlicht die Bedeutung dieser Einsparungen: Eine Einsparung von 91,1 Prozent entspricht den Emissionen, die bei einer Pkw-Fahrt von etwa 68.404 Kilometern pro Jahr oder 48.754 Flugkilometern auf Langstrecke entstehen würden.

Die Vorteile eines Heizungsaustausches sind nicht zu vernachlässigen. Laut Gumpetsberger bieten Hausbesitzer damit langfristige Kostensicherheit und reduzieren ihre Abhängigkeit von schwankenden fossilen Preisen. Auch Anton Berger, Landes- und Bundesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, ist überzeugt: „Ökologie und Ökonomie gehen einher“. Die Installateure spielen eine zentrale Rolle bei der Schaffung einer umweltfreundlicheren Energieversorgung.

Ökologische Effekte und regionale Wertschöpfung

Die Studie hebt zudem volkswirtschaftliche Aspekte hervor. Der Übergang zu erneuerbaren Heizsystemen fördert die regionale Wertschöpfung und verringert die Abhängigkeit von Energieimporten. Laut dem Fachverband Mineralölindustrie wurden 2024 rund 600.000 Tonnen des in Österreich benötigten Heizöls importiert. In der Steiermark gelten etwa 45.000 Ölheizungen aus der Zeit vor 2000 als technisch überholt und könnten potenziell ausgetauscht werden.

Während der Pressekonferenz stellte Gabriele Lechner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Steiermark, die Ergebnisse im Kontext der Nachhaltigkeitsstrategie der Kammer dar. Eine Umfrage unter steirischen Unternehmen zeigt, dass 84 Prozent nachhaltiges Wirtschaften als wesentlichen Wettbewerbsfaktor betrachten. Die vorliegende Studie ist eines der ersten Pilotprojekte zur Umsetzung dieser Strategie.

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