HERKA GmbH und Textilveredelung Gmünd GmbH beantragen Insolvenz im Waldviertel

Jänner 13, 2026 15:58
HERKA GmbH und Textilveredelung Gmünd GmbH beantragen Insolvenz im Waldviertel

Die HERKA GmbH in Kautzen und der Schwesterbetrieb Textilveredelung Gmünd TVG GmbH im Waldviertel haben Insolvenz angemeldet. Beide Betriebe streben eine Sanierung an. Darüber berichtet Welt Stimme.

WALDVIERTEL. Die letzten sechs Jahre stellten für die Unternehmensgruppe eine große Herausforderung dar. Die langen Corona-Lockdowns ließen die Nachfrage aus der Hotellerie und Gastronomie stark einbrechen, was zusammen mit dem kurz darauf folgenden russischen Angriffskrieg auf die Ukraine HERKA und die TVG vor erhebliche Probleme stellte. Explodierende Energiekosten und eine anschließende Teuerungswelle führten zu drastischen Erhöhungen der Personalkosten sowie zu steigenden Preisen für Garn und Chemie. Diese Produktionskostenerhöhungen konnten nur teilweise und zeitverzögert weitergegeben werden.

Schmerzhafte Produktionsausfälle

Ein kurzfristiger Verlust eines der größten Kunden, der mittlerweile zurückgewonnen werden konnte, sowie Produktionsausfälle durch Maschinenfehler und einen Brand führten nun zur Beantragung eines Sanierungsverfahrens unter Fortführung beider Betriebe.

Geschäftsführung zuversichtlich

Die Anträge werden jeweils am 12. Januar 2026 eingereicht. Thomas Pfeiffer, Geschäftsführer der HERKA GmbH, die sich seit 99 Jahren im Familienbesitz befindet, äußert sich optimistisch: „Durch die gute Auftragslage und Marktposition sind wir zuversichtlich, dass die Fortführung und Sanierung gelingen wird und ein Großteil der 105 Arbeitsplätze gerettet werden kann. Wir sind uns unserer Verantwortung in der strukturschwachen Region im nördlichen Waldviertel bewusst und setzen all unsere Energie daran, möglichst viele Menschen in Arbeit zu halten.“

Die Sanierung wird mit Restrukturierungsmaßnahmen in der Produktion und im Produktsortiment einhergehen und wird von der Inhaberfamilie Pfeiffer als Neustart betrachtet.

Mehr Details & Ausblick

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 68 Mitarbeiter. Laut Creditreform, dem staatlich anerkannten Gläubigerschutzverband, sind rund 135 Gläubiger mit Gesamtschulden von etwa 5,34 Millionen Euro von der Insolvenz betroffen.

Den Gläubigern wird eine 20-prozentige Sanierungsplanquote angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren nach Annahme. Im Rahmen des Sanierungsverfahrens soll der Teilbereich „Konfektion“ geschlossen werden, da dieser nicht kostendeckend ist.

In der Insolvenz wurde Rechtsanwalt Dr. Mario Noe-Nordberg in Waidhofen/Thaya zum Insolvenzverwalter bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 11. Februar 2026 über Creditreform anmelden. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 25. Februar 2026 angesetzt, die Sanierungsplantagsatzung für den 11. März 2026.

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