Die anhaltend hohe Inflation in Österreich sorgt für Unsicherheit im Handelskollektivvertrag für 2026. Der Abschluss rückt in Gefahr, da die Inflationsrate im August bei 4,1 Prozent lag. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die ursprünglich vereinbarte Gehaltserhöhung war gestaffelt und sollte abhängig von der Inflationsentwicklung erfolgen. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) wies darauf hin, dass der Abschluss ungültig wird, wenn die Inflationsrate im Oktober über drei Prozent liegt. WKO-Handelsobmann Rainer Trefelik äußerte sich besorgt: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wir verhandeln müssen“.
Die geplante Staffelung des Handels-KV sah vor, dass die Gehälter bei einer Inflation von bis zu 2,3 Prozent um 0,5 Prozent über der Inflationsrate angehoben werden. Bei einer jährlichen Inflationsrate von 2,4 oder 2,5 Prozent wären es 0,4 Prozent und bei 2,6 Prozent 0,3 Prozent. Für eine Inflation von 2,7 Prozent waren lediglich 0,2 Prozent vorgesehen, und bei 2,8 Prozent sollte es nur 0,1 Prozent sein. Bei einer Inflation von 2,9 Prozent würde nur die Inflation selbst abgegolten.
Für eine rollierende Inflationsrate von drei Prozent oder mehr hatten die Sozialpartner Neuverhandlungen in Aussicht gestellt. Die aktuelle rollierende Inflation von September 2024 bis August 2025 beträgt bereits 2,8 Prozent. Experten erwarten auch für September eine ähnlich hohe Teuerungsrate.
Gespanntes Warten auf die September-Zahlen
Die Unsicherheit im Hinblick auf die Gehaltserhöhungen und die Inflationsentwicklung könnte weitreichende Folgen für die Handelsbranche haben. Wenn der Handelskollektivvertrag in Frage gestellt wird, könnten zahlreiche Arbeitnehmer in den Verhandlungen betroffen sein.
Die Situation verlangt von den Sozialpartnern, rasch zu handeln, um eine Einigung zu erzielen, die den Belastungen durch die steigenden Lebenshaltungskosten Rechnung trägt. Der Handelssektor ist besonders empfänglich für Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, was die Bedeutung dieser Verhandlungen unterstreicht.


