Insolvenzen in Wien: Fast 40 Prozent aller Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2026
Wien. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen rund 38 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen in Österreich auf die Bundeshauptstadt. Insgesamt wurden 1.291 Firmen als insolvent gemeldet, während die Insolvenzen im Land insgesamt um 4,6 Prozent zurückgingen.
Die Gastronomie verzeichnete einen gegenteiligen Trend: Hier stiegen die Insolvenzen um 20 Prozent. Verantwortlich dafür sind steigende Kosten und eine zurückhaltende Konsumnachfrage, die die Branche stark belasten.
Von den insolventen Unternehmen waren etwa 48 Prozent bereits zum Zeitpunkt der Antragstellung vermögenslos, sodass kein Insolvenzverfahren eröffnet werden konnte. Die Verbindlichkeiten sanken um rund 50 Prozent, was teilweise auf weniger große Immobilieninsolvenzen zurückzuführen ist.
Die größte Insolvenz in Wien betraf die Georg-Coch-Platz Immobilien GmbH OG, die der SIGNA-Gruppe zugeordnet wird, mit Passiva von 320 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2026 waren im Handel 211 Insolvenzen zu verzeichnen, gefolgt von 186 Insolvenzen im Bauwesen und 162 in der Gastronomie- und Beherbergungsbranche.
Einordnung
Obwohl die Insolvenzfälle insgesamt gesunken sind, bleibt die Lage in Wien angespannt. Experten prognostizieren, dass sich die Insolvenzen in der Hauptstadt auch 2026 auf einem hohen Niveau stabilisieren werden, bedingt durch die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen.


