Gaspreise steigen aufgrund von Versorgungsängsten
Die hohen Gaspreise in Europa sind auf anhaltende Versorgungsängste im kommenden Winter zurückzuführen. Der europäische Erdgas-Future liegt derzeit bei 80,29 Euro je Megawattstunde und bleibt damit nur knapp unter seinem Höchststand der letzten dreieinhalb Jahre.
Aktuell sind die europäischen Gasspeicher zu etwa 67 Prozent gefüllt, während der langjährige Durchschnitt zu diesem Zeitpunkt bei 84 Prozent liegt. Die militärischen Konflikte im Nahen Osten, kombiniert mit den Angriffen der Ukraine auf russische Erdgas-Anlagen, verstärken die Preissteigerungen.
In Österreich sind die Gasspeicher ebenfalls zu rund 67 Prozent gefüllt, was angesichts der hohen Speicherkapazitäten des Landes bedenklich ist. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Speicherstände jedoch schlechter. Der Jahresverbrauch Österreichs beträgt rund 75 bis 80 Terawattstunden (TWh), während der aktuelle Füllstand etwa 67,7 TWh entspricht, wobei nicht alle Mengen für den heimischen Markt bestimmt sind.
Die strategische Gasreserve der Republik Österreich umfasst 20 TWh des eingelagerten Gases. Außerdem sind laut E-Control zum 1. September über 30 TWh von ausländischen Speicherkunden deponiert, wobei die Verwendungsrechte nicht strikt denen des österreichischen Marktes zugeordnet sind. Ein Teil ist für Unternehmen und soziale Dienste reserviert, während andere Mengen potenziell auch an ausländische Kunden verkauft werden können.
Einordnung
Die anhaltend geringen Füllstände der Gasspeicher könnten die Gasversorgung in Österreich und Europa während des Winters beeinträchtigen. Dies hat das Potenzial, die Energiepreise weiter zu erhöhen und die wirtschaftliche Situation in den betroffenen Ländern zu destabilisieren.


