Kaution für Gastgärten sorgt für Unmut in Klagenfurt
Die Stadt Klagenfurt hat beschlossen, eine Kaution für Gastgärten einzuführen. Diese Maßnahme, die ab Oktober 2025 in Kraft treten wird, zielt darauf ab, die Kosten für den Abbau von Gastgärten im Fall einer Insolvenz zu decken.
Die neue Regelung betrifft alle Betriebe, die öffentliches Gut zu verkehrsfremden Zwecken nutzen. Die Stadt rechtfertigt diese Entscheidung mit einer Zunahme von Exekutionsverfahren, bei denen Unternehmen nach ihrer Auflösung ihre Gastgärten zurückgelassen haben. Als Beispiel wird der Gastgarten „Da Pietro“ angeführt, dessen Abbau Kosten von 35.000 Euro verursachen würde. Die Kaution soll sicherstellen, dass im Falle eines Rückbaus die Kosten abgedeckt sind. Sie bemisst sich an der monatlichen Gebühr für die Nutzung des öffentlichen Raums, bei einer monatlichen Gebühr von 2.500 Euro beträgt die Kaution 4.450 Euro.
Branchenvertreter äußern Bedenken
Die Entscheidung stößt bei den Klagenfurter Gastronomen auf erhebliche Kritik. Paul Haas, Betreiber des Café Domgassner und des Wirtshauses „Zum Augustin“, äußert, dass die Kaution eine zusätzliche Belastung für die Gastronomie darstellt. Er betont, dass insbesondere neu gegründete Lokale auf jedes Kapital angewiesen seien. Zudem hält er die Höhe der Kaution für unangemessen, da der Abbau eines Gastgartens in der Regel keine großen Kosten verursachen sollte.
Auch Paul Fahrnberger von der Konditorei Fahrnberger sieht die Kaution als negatives Signal für die Branche. Er fordert eine differenzierte Betrachtung, da viele Gastgärten bereits lange bestehen und gut betrieben werden. Seine Auffassung ist, dass hier nicht pauschal mit einer Kaution reagiert werden sollte.
Kritik an Stadtverwaltung
Die WKK-Sparte Gastronomie hat die Entscheidung ebenfalls scharf kritisiert. In Anbetracht der steigenden Kosten, der hohen Personalknappheit und der bürokratischen Belastungen sei eine Kaution in dieser Form völlig unangemessen. Die Fachgruppe fordert von der Stadt ein Entgegenkommen, um die Betriebe zu unterstützen, die zur Belebung der Innenstadt beitragen. Sie betont die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, um praktikable Lösungen zu finden, ohne die Gastronomie finanziell zu belasten. In dieser Woche lädt die Stadt zu Gesprächen ins Rathaus ein.
Einordnung
Die Einführung der Kaution für Gastgärten ändert die Rahmenbedingungen für Gastronomiebetriebe in Klagenfurt. Die Maßnahme könnte insbesondere neue Unternehmer vor finanzielle Herausforderungen stellen und langfristig die Erstellung und den Betrieb von Gastgärten in der Innenstadt beeinflussen. Die Reaktionen der Gastronomen deuten auf eine Notwendigkeit für eine Überprüfung der Regelung hin.


