Die Rittmühler Wehr wurde ursprünglich für die Nutzung der Alm, einem Nebenarm der Traun, als Mühlbach für eine Papierfabrik errichtet. Vor etwa 50 Jahren zerstörte ein Hochwasser die Wehranlage und der Mühlbach wurde in den 1970er- und 80er-Jahren zugeschüttet. Darüber berichtet Welt Stimme.
PETTENBACH, VORCHDORF. Zwei ungenutzte Querbauwerke blieben zurück, die das Fließgewässer für Fische unpassierbar machten. Darüber hinaus waren die beiden Anrainergemeinden aufgrund schutzwasserbaulicher Vorgaben verpflichtet, die Böschungen von Bewuchs auf eigene Kosten freizuhalten und die Passierbarkeit für Wasserorganismen wiederherzustellen. Erst mit dem Bau des Kleinwasserkraftwerks Rittmühle im Jahr 2019 wurde aus diesen ungenutzten und unpassierbaren Querbauwerken ein Standort zur regionalen Erzeugung sauberer Energie. Das KW Rittmühle ist heute ein weiterer Baustein auf dem Weg Österreichs zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen bis 2030.
Win-Win-Win-Modell
Die Umnutzung des Querbauwerks durch ein Kleinwasserkraftwerk bedeutet neben der sauberen Stromerzeugung eine ökologische Aufwertung des Fließgewässers. Eine Fischwanderhilfe und ein -abstiegsbypass gewährleisten die Passierbarkeit für Fische und stärken die nachhaltige und umweltverträgliche Wassernutzung, wie von der Wasserrahmenrichtlinie der EU gefordert. Mögliche Rückbaukosten für die Gemeinde wurden abgewendet. Auch obliegt die Pflege des umliegenden Areals inklusive Böschungen heute den Betreibern des Kraftwerks Rittmühle und entlastet somit zusätzlich die Gemeindekasse.
Mit Investitionen in Höhe von 2,3 Millionen Euro hat die Anlage einen starken Impuls für Betriebe in Oberösterreich gesetzt. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft fördert die Wertschöpfung in der Region rund um Pettenbach und Vorchdorf mit einem messbaren Mehrwert für Gemeinde, Umwelt und Wirtschaft.
Über Kleinwasserkraft Österreich
Kleinwasserkraft Österreich vertritt die Interessen der Kleinwasserkraftwerksbranche (Kleinwasserkraftbetreiber, Planer und Zulieferindustrie), ist als gemeinnütziger Verein nach dem Vereinsgesetz organisiert und finanziert sich aus den Beiträgen von rund 1.100 Mitgliedern. Wasserkraft ist aktiver Klimaschutz und das Rückgrat der erneuerbaren Stromerzeugung in Österreich.
Derzeit speisen annähernd 4.000 Kleinwasserkraftwerke ca. sechs Terawattstunden CO2-freien Ökostrom in das öffentliche Versorgungsnetz ein. Sie decken damit mehr als 10 Prozent des österreichischen Strombedarfs und versorgen rund 1,7 Millionen Haushalte (mehr als 50 Prozent der Haushalte in Österreich) mit elektrischer Energie. Bis 2030, so heißt es, kann die Produktion unter entsprechenden Rahmenbedingungen um ca. drei Terawattstunden gesteigert werden. Infos dazu: www.kleinwasserkraft.at


